Vertrauensindex: Der schlechte Ruf

Kommentar15. Juli 2016, 17:05
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Einen Meinungsumschwung herbeizuführen wird nicht über einen "New Deal" oder ein paar Reformen funktionieren

Die Vertrauenswerte des österreichischen Bundeskanzlers haben sich nach der Neubesetzung durch Christian Kern zwar deutlich erholt, die Regierung an sich erscheint den Bürgern aber nach wie vor wenig vertrauenswürdig: Eine aktuelle OGM-Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur APA weist ihr wenig schmeichelhafte Werte aus: Das Minus überwiegt. Dahinter rangieren im Index der Institutionen nur die Finanzmarktaufsicht, was wohl auch mit der Hypo-Pleite und der Bankenkrise zu tun haben dürfte, und – wenig überraschend – die EU, das beliebteste Feindbild der Österreicher.

Ihren schlechten Ruf hat sich die Regierung redlich erarbeitet, auch wenn man dabei den generellen Zug der Österreicher, sich die oben schlecht zu reden und ihnen die Schuld für alles, was grad nicht so gut läuft, zuzuschieben, nicht vernachlässigen sollte. Es wird auch an der Regierung selbst liegen, einen Meinungsumschwung herbeizuführen und für bessere Stimmung im Land zu sorgen.

Das wird nicht über einen "New Deal" oder ein paar Reformen funktionieren, das hat ganz wesentlich auch mit Haltung und Emotionen zu tun. Eine Stimmungsaufhellung herbeizuführen ist allerdings keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass der Grundtenor der Österreicher das Raunzen ist und die Einstellung überwiegt, dass grundsätzlich immer die anderen schuld sind, woran auch immer. Im Zweifelsfall die Regierung, ganz sicher aber die EU. (Michael Völker, 15.7.2016)

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