Künstlerhaus im Ausweichquartier

15. Juli 2016, 15:07
posten

Erstes Jahresthema lautet "widerständig"

Wien – "Wir werden versuchen, diese Location zu rocken", erklärte Künstlerhaus-Geschäftsführer Peter Zawrel bei der Vorstellung des Übergangsquartiers in Wien-Margareten. Zwei Jahre lang bespielt man den 4. Stock eines ehemaligen Bürogebäudes in der Siebenbrunnengasse, während das Haus am Karlsplatz "nach jahrzehntelangem Ringen" saniert wird. Das Künstlerhaus 1050 eröffnet im Herbst.

"Zusperren wäre fatal gewesen", ist Zawrel überzeugt. Daher habe man mit Hochdruck nach einer Lösung gesucht, auch während der Umbauzeit künstlerisches Programm bieten zu können. Die Suche sei nicht einfach gewesen, da man "bewusst nicht im ersten Bezirk bleiben, aber auch nicht an die Peripherie mit schlechter öffentlicher Anbindung" gehen wollte. Mit den Partnern der S IMMO AG, die im Besitz des Gebäudes ist und dieses in den Jahren danach zu einem Wohn- und Bürogebäude umbauen wird, der Stadt Wien und der Bezirksvertretung werde man nun eine Art Labor errichten. Auf 850 Quadratmetern entstehen eine 750 Quadratmeter große Ausstellungsfläche sowie einige Büroräume.

Dafür müssen die zahlreichen Rigipswände entfernt werden, auch die Ausrichtung in drei Himmelsrichtungen werde eine Herausforderung, so Zawrel, der keine konkreten Zahlen nennen wollte, wie die Zwischennutzung finanziert wird. "Jeder, der mich kennt, weiß um meine Sparsamkeit. Was uns hier geboten wird, kommt unseren Möglichkeiten sehr entgegen", sagte er knapp. Die Räume selbst befinden sich etwas versteckt am Ende eines lang gezogenen Innenhofs, der als Parkplatz genutzt wird. Das Gebäude, das in mehreren Etappen zwischen 1914 und 1950 erbaut wurde, besteht aus vier Bauteilen und beherbergte früher die in der Nazi-Zeit arisierte Textilfabrik Bernhard Altmann.

Eröffnet wird Mitte Oktober mit der Ausstellung "RomANTIsch? Starke Gefühle oder die Art wie wir denkend fühlen und fühlend denken" von Stella Bach und Claudia Maria Luenig. Das Jahresmotto wird "widerständig" lauten, begleitet wird die erste Ausstellung von einem dreiteiligen Installations- und Performance-Projekt namens "Über Leben" von Thomas J. Jelinek, Aiko Kazuko Kurosaki und Peter Koger im öffentlichen Raum. Im Dezember schließlich wird das Künstlerhaus 1050 zum Basisquartier für die Künstlerin "starsky", die "von hier aus mit ihren Guerilla-Projektionen Wien unsicher bzw. künstlerisch sicherer machen wird", wie es hieß. (APA, 15.7.2016)

Share if you care.