Tausende protestierten in Bagdad gegen Korruption

15. Juli 2016, 11:55
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Schiitenprediger Sadr ruft immer wieder zu Protesten auf

Bagdad – Aus Protest gegen Korruption sind in Bagdad am Freitag erneut tausende Menschen auf die Straße gegangen. Der schiitische Prediger Moqtada al-Sadr, der zu der Demonstration aufgerufen hatte, zeigte sich kurz vor seinen Anhängern auf dem Tahrir-Platz. Demonstranten schwenkten Fahnen, forderten Reformen und skandierten Parolen gegen Günstlingswirtschaft und Korruption.

Eine Brücke über den Tigris, über den Demonstranten bei früheren Demonstrationen zum Regierungs- und Botschaftsviertel in der sogenannten Grünen Zone vorgedrungen waren, war mit Stacheldraht abgeriegelt. Die Straße zur Brücke war zusätzlich durch Polizisten und schwere Betonmauern gesichert. Demonstranten wurden auf dem Weg zur Kundgebung von den Organisatoren durchsucht.

Sadr organisiert seit Wochen Proteste. Der schiitische Prediger will Ministerpräsident Haidar al-Abadi zur Einsetzung einer Expertenregierung drängen, die aus seiner Sicht besser gegen Korruption vorgehen kann. Die Parteien widersetzen sich aber der von al-Abadi im Sommer 2015 zugesagten Umbildung des Kabinetts, weil sie ihren Einfluss in der Regierung nicht verlieren wollen.

Die Demonstration am Freitag fand statt, obwohl die Regierung die Iraker erneut aufgerufen hatte, auf Proteste zu verzichten, um die Sicherheitskräfte des Landes nicht von ihrem Kampf gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) abzulenken. (APA, 15.7.2016)

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