Die SPÖ radelt an den Menschen vorbei

15. Juli 2016, 17:03
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Die Partei will "raus zu den Menschen", zur Not auch mit dem Fahrrad. Klubchef Andreas Schieder und Ministerin Sonja Hammerschmid zogen sich Radlerhosen an: Die Sozialdemokraten starteten ihre Sommertour zur Bürgernähe

Wien – Die Spaziergänger verdrehten die Köpfe und suchten bekannte Gesichter: Auf der Terrasse des Prater-Salettls gab es großen Medienrummel, Kameraleute und Journalisten tummelten sich um Politiker. Das Klick-klick-klick der Kameras war bis auf die Prater-Allee zu hören. Nach wenigen Minuten hatten die neugierigen Beobachter genug gesehen und gingen wieder ihrer Wege. Aber genau das sind die Bürger, die die SPÖ erreichen will.

"Raus zu den Menschen", gab Georg Niedermühlbichler, der Bundesgeschäftsführer der SPÖ, als Motto der politischen Sommertour der Sozialdemokraten vor. Klubchef Andreas Schieder, Bildungsministerin Sonja Hammerschmid und weitere Spitzenfunktionäre trafen sich am Freitag zur Radltour im Prater. Die Gruppe wurde ergänzt durch Freunde aus dem Umfeld der Politiker.

Spritztour mit Freunden und Bekannten

Privates mischte sich mit Beruflichem: Die Pressekonferenz war obligatorisch, die Interviews waren schnell abgehandelt. Mit ernsten politischen Fragen wollte sich die Gruppe ohnedies nicht lange aufhalten: Eigentlich ging es um das Radlfahren – und um die Bürger, die man dabei treffen könnte. So fand sich zum Beispiel Helmut Frank, Landesgeschäftsführer der Naturfreunde, in der Runde ein. Er tritt schon länger für eine Öffnung der Forststraßen für Radfahrer ein. Da bietet sich die Lobau als Ausflugsziel an, um über Natur- und Freizeitthemen zu sprechen.

Die Sommertour soll dazu genutzt werden, um auch mit Experten über bestimmte Bereiche zu sprechen. Im August lädt Klubchef Schieder nach Vorarlberg ein. Dort wird eine Wandertour auf die Drei Türme (2830 m Höhe) stattfinden.

Feiern, sporteln und wandern

Das Programm der Sommertour ist ambitioniert: In jedem Bundesland will die SPÖ während der Sommerpause aktiv sein – Feste feiern, Sportveranstaltungen organisieren, Wanderungen machen. Die Aktivitäten sollen genutzt werden, um mit den Menschen da draußen über Kultur, Bildung und Arbeit zu sprechen. Die Radltour am Freitag riss Niedermühlbichler zu dem Vergleich hin: "Wir sind eine Bewegung."

750 Millionen Euro waren Thema

Bildungsministerin Hammerschmid betonte, ihr sei das Feedback von Lehrern und Schulen wichtig. Sie brachte das kürzlich erhaltene Budgetplus für die Ganztagsschulen ins Gespräch. Sie wolle die 750 Millionen Euro in den Ausbau, aber auch in bestehende Ganztagsschulen investieren. Das Geld ist zuerst beim Bund und wird dann nach Erfordernissen an Länder, Gemeinden und einzelnen Standorten verteilt, sagte Hammerschmid.

Nach einer kurzen Ehrenrunde für die Fotografen startete die Radtour vom Prater in die Lobau-Auen. Die Gelegenheit, auch tatsächlich mit Bürgern zu sprechen, hat sich dabei aber nicht ergeben. Da blieben die 30 roten Radler unter sich. (Gerhard Eichholzer, 16.7.2016)

  • "Raus zu den Menschen", lautet das Motto der roten Radltour.
    foto: apa / roland schlager

    "Raus zu den Menschen", lautet das Motto der roten Radltour.

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