Tiroler Sporthändler verbietet verschleierten Frauen Zutritt

15. Juli 2016, 10:51
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Unternehmer brachte Burka-Verbot mit Aufkleber an Tür an: "Will sehen, ob eine Frau glücklich ist"

Pertisau – Der Inhaber eines Sportgeschäftes in Pertisau am Achensee im Tiroler Bezirk Schwaz hat für sein Geschäft ein Verschleierungsverbot ausgesprochen. Mit einem Aufkleber an der Eingangstür verbietet der Unternehmer vollverschleierten Frauen den Zutritt, berichtete der "Kurier" in seiner Freitagsausgabe. "Das bleibt da kleben, solange ich lebe", erklärte der Mann.

Er müsse den Frauen ja ins Gesicht schauen können, wenn sie sich ein Rad ausleihen, argumentierte er. "Ich will sehen können, ob eine Frau glücklich ist. Wenn sie Burka trägt, ist das nicht möglich", so der Unternehmer. Diskriminierendes Verhalten seinerseits sehe er keines, im Gegenteil: "Die Frauen werden ja von ihren Männern diskriminiert, wenn sie den Schleier tragen müssen. Wenn sie mein Geschäft betreten wollen, dann können sie das gerne tun – aber ohne Burka."

Bürgermeister distanziert sich

Im vergangenen Sommer hatten laut dem Bericht erstmals Touristen aus dem arabischen Raum den Achensee für sich entdeckt. Viele seien es jedoch nicht gewesen, meinte der Bürgermeister der Gemeinde Eben am Achensee, zu der der Ortsteil Pertisau gehört. Von der Aktion des Inhaber des Sportgeschäfts halte er nichts: "Das ist für mich nicht akzeptabel. Ich bin gegen jede Ausgrenzung. Menschen sind überall gleich – egal welcher Religion oder Herkunft." Auch der Geschäftsführer der Ferienregion Achensee distanzierte sich "aufs Schärfste". (APA, 15.7.2016)

  • "Das bleibt da kleben, solange ich lebe": Ein Sporthändler in Tirol will keine Frauen mit Burka im Geschäft haben – und brachte einen entsprechenden Aufkleber an.
    foto: keystone / ti-press / gabriele putzu

    "Das bleibt da kleben, solange ich lebe": Ein Sporthändler in Tirol will keine Frauen mit Burka im Geschäft haben – und brachte einen entsprechenden Aufkleber an.

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