Volvo XC90 T8: Gewaltiger Steckerl-SUV

17. Juli 2016, 15:00
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Vorne zieht der Turbo, hinten schiebt der E-Motor – wie auch schon andere Hybrid-Anbieter trennt Volvo den Allradantrieb auf die Motoren auf

Wien/Burgenland – Dieser Wagen beeindruckt schon vor der ersten Begegnung. Mehr als 400 PS aus einem Turbobenziner und einem Elektromotor treffen auf einen schwedischen Koloss, der bis ins letzte Detail durchdacht und designt ist. Und dann ist da noch der Normverbrauch von gerade einmal etwas mehr als zwei Litern.

foto: guido gluschitsch

Wenn er dann so dasteht, den Parkplatz füllt wie reingemessen, dann stellt man sich bald die Frage: Krieg ich mein Notebook noch in den Kofferraum, oder ist der so voller Akkus, dass der Computer die nächsten zwei Testwochen vom Beifahrersitz aus durch den ganzen Fahrgastraum fliegt?

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Überraschung: Der Kofferraum ist beim Plug-in-Hybrid gleich groß wie bei den anderen XC90-Modellen. Die Akkus hat Volvo im stattlichen Mitteltunnel untergebracht. Gut also, dass die Schweden zusätzlich eine ordentliche Verstaulösung im Kofferraum haben, bei der man einen Teil des Ladebodens aufstellen kann, an dem man, dank Gummiband, Sachen rutschsicher verstauen und befestigen kann.

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Leder und Glas

Im restlichen Innenraum geht es sehr gediegen und dennoch modern zu. Leder und Glas fallen da auf, ein riesiger Touchscreen. Kurzum, am Stand ist der T8 nicht besser oder schlechter als jede andere Motorisierung. Aber wenn sich der Wagen bewegt, dann sind ein D4 (der 190 PS starke Diesel) und ein T8 (der 407 PS starke Plug-in-Hybrid) wie zwei komplett unterschiedliche Fahrzeuge.

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Auf den ersten Metern übernimmt der E-Motor den Antrieb. Das lautlose Gleiten aus dem Parkplatz verleiht dem XC90 noch mehr Größe, Anmut und Eleganz. Einem Gockel würde im E-Modus der Kamm schwellen.

Sportwagen-Start

Der Kamm würde aber beim ersten beherzten Start bersten, denn der Wagen prescht in 5,6 Sekunden von null auf Tempo einhundert. Möglich wird das durch das Zusammenspiel vom 320 PS starken Vierzylinder-Turbo und dem fast 90 PS starken E-Motor. Gemeinsam drücken sie ein Drehmoment von 640 Newtonmetern ab.

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Aber dieser XC90 hat auch seine Nachteile. Da ist zum einen das hohe Gewicht. Während der D4 im Test noch mit seiner Agilität überraschte, tut das der T8 mit seiner Behäbigkeit. Zudem arbeitet der E-Motor nur an der Hinterachse, der Benziner an der vorderen. Der Turbo zerrt folglich an der Lenkung, weil er seine überschüssige Kraft nicht an die Hinterräder verteilen kann.

Norm und Realität

Von den zwei Litern Verbrauch und 40 km E-Reichweite waren wir im Test wenig überraschend recht weit entfernt. Zwischen acht und zehn Litern genehmigte sich der stolze Schwede nämlich dann doch – und im Hybridmodus eine Akkuladung auf 50 Kilometer. (Guido Gluschitsch. 17.7.2016)

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ZWEITE MEINUNG

Ja, der XC90 ist ein Riesentrumm. Für einen SUV aber geradezu stilistisch gehaltvoll und eckt weniger an als die Deutschen, schon weil er aus Schweden kommt. Der T8 ist die technische Speerspitze. Durchaus imposant, wie ausgereift der Plug-in-Hybrid wirkt. Die gewisse Schwere des Systems macht ihn aber nicht gerade leichtfüßig. Und von den über 40 km elektrischer Normreichweite bleiben im echten Leben 20, 25. Reicht für manchen Weg. Macht aber erst richtig Sinn, wenn man real doppelt so weit kommt. (stock)

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Volvo

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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