Trump nominiert Mike Pence als Vize

15. Juli 2016, 17:06
160 Postings

Immobilienmilliardär präsentiert den Gouverneur von Indiana als "running mate"

Washington – Die Entscheidung von Donald Trump über seinen Kandidaten für das US-Vizepräsidentenamt läuft auf den Gouverneur von Indiana, Mike Pence, hinaus.

Entsprechende Signale habe der Immobilienmilliardär an republikanische Parteikollegen ausgesandt, verkündete Trump am Freitag auf Twitter.

Trump wollte seine Kandidaten eigentlich am Freitag um 17 Uhr MESZ vorstellen, verschob die Bekanntgabe allerdings aufgrund des tödlichen Anschlags in Nizza.

Der 57-jährige Pence war bereits in den vergangenen Tagen von den US-Medien als einer der Favoriten auf die Vizekandidatur gehandelt worden. Auch genannt worden waren der New Yorker Gouverneur Chris Christie und der frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich.

Golfplatz-Bekanntschaft

Die Wahl eines geeigneten Stellvertreters ist sehr wichtig für den 70-jährigen Trump. Sein "Running Mate" muss all jene Eigenschaften erfüllen, die er selbst als politischer Quereinsteiger nicht mitbringt. Trump und Pence hätten sich auf dem Golfplatz in New Jersey und in Indiana getroffen, berichtete das Politikportal "Roll Call". Trump sei von der ruhigen Art des ehemaligen Kongressabgeordneten beeindruckt, hieß es.

Pence ist beliebt bei Evangelikalen und Sozialkonservativen. Seine Nominierung wäre ein Signal an den rechten Block der Republikaner und all jene, die Zweifel an Trumps ideologischer Standfestigkeit haben. Aus seiner Zeit in der Parteiführung ist er gut vernetzt.

Pence führt als Gouverneur Indianas zudem einen umkämpften Staat im "Rust Belt" (Rostgürtel) – einer Region im Nordosten des Landes, die durch die Schwerindustrie und deren Verfall geprägt ist. Er hatte früher mehrmals selbst erwogen, sich um die Kandidatur als US-Präsident zu bewerben. Im Vorwahlkampf unterstützte der 57-Jährige allerdings Trumps Kontrahenten Ted Cruz.

Trumps Nominierung ist fix

Die Nominierung Donald Trumps zum Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner steht endgültig fest. Vorstöße von innerparteilichen Trump-Gegnern, durch eine Regeländerung für den Nominierungsparteitag in der kommenden Woche die Ernennung des intern umstrittenen Immobilienmoguls in letzter Minute zu verhindern, wurden nach US-Medienberichten am Donnerstag in einem Parteigremium abgeschmettert.

Die Trump-Gegner wollten durchsetzen, dass die Delegierten bei der Abstimmung über den Präsidentschaftskandidaten nicht mehr an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden sind, die Trump deutlich für sich entschieden hatte. Für die große Mehrheit der Delegierten sind die Vorwahlergebnisse in ihren jeweiligen Bundesstaaten bindend.

Wie mehrere US-Medien berichteten, brachten die Trump-Gegner in einem für die Regularien des Parteitags zuständigen Ausschuss nicht die nötigen Stimmen für ihren Vorstoß zur Entbindung der Delegierten von den Vorwahlergebnissen zusammen.

Die Initiative hätte 28 Stimmen in dem 112-köpfigen Gremium gebraucht, damit ihr Antrag zur Entbindung der Delegierten von den Vorwahlergebnissen beim Parteitag zur Abstimmung gestellt worden wäre. Wie der TV-Sender CNN und die Website "Politico" berichteten, wurde der Vorstoß in dem Gremium lediglich von zwölf Mitgliedern unterstützt.

Trumps Wahlkampfberater Paul Manafort schrieb im Internetdienst Twitter, die Trump-Gegner seien in dem Ausschuss "zerschmettert" worden. Es habe auch "nie ein Zweifel" daran bestanden, dass der Parteitag "den Willen der Menschen respektieren" und Trump nominieren werde.

Der rechtspopulistische Immobilienmilliardär hat bei dem Parteitag in Cleveland im Bundesstaat Ohio laut einer Zählung von CNN insgesamt 1.542 Delegierte hinter sich, für seine Nominierung braucht er 1.237 Stimmen. (APA, Reuters, 14.7.2016)

  • Trump und Pence am Dienstag in Westfield, Indiana
    foto: reuters/john sommers ii

    Trump und Pence am Dienstag in Westfield, Indiana

Share if you care.