Streit um Stupa am Wagram: "Kapelle" nun im Gesetz definiert

14. Juli 2016, 17:48
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Die Novelle wirkt sich aber nicht auf das umstrittene Bauprojekt in Niederösterreich aus

Wien – Die Proteste gegen den buddhistischen Stupa, der am Wagram in Grafenwörth erbaut werden soll, haben zu einer Änderung des niederösterreichischen Raumordnungsgesetzes geführt. Dort hieß es bisher, dass der Bau von Kapellen im Grünland bewilligt werden dürfe, was zu einem Streit über die Definition von "Kapelle" geführt hatte. Der Stupa soll 765 m² Grundfläche haben und rund 33 Meter hoch werden. Laut der Gesetzesnovelle dürfen künftig im Grünland nur Kapellen und andere Sakralbauten bewilligt werden, die höchstens drei mal drei Meter breit und sechs Meter hoch sind. Auf den Stupa hat das aber keine Auswirkung, weil der Bau bereits bewilligt ist.

Volksanwältin Gertrude Brinek, die bereits im März empfohlen hatte, den Baubescheid aufzuheben, forderte am Donnerstag: "Machen Sie sauber!" Um das Projekt in dieser Größe abzuwickeln, müsse die Fläche umgewidmet werden. "Dann ist das korrekt und es gibt nicht den ewigen Verdacht, hier wurde gegen das Gesetz eine Bewilligung ausgesprochen."

Auf dem Baugrund stehen die Maschinen, wie DER STANDARD berichtete, derzeit still. Die Brutzeit des streng geschützten Wiedehopfs wird abgewartet. (Christa Minkin, 14.7.2016)

  • Der Wiedehopf ist eine streng geschützte Vogelart.
    foto: imago/imagebroker/hinsche

    Der Wiedehopf ist eine streng geschützte Vogelart.

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