Griechische Finanz lässt Hunde Bargeld erschnüffeln

14. Juli 2016, 16:37
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Im Kampf gegen weitere Geldabflüsse aus dem hoch verschuldeten Griechenland setzen die Behörden jetzt auch auf tierische Hilfe

Athen – Geld stinkt zwar bekanntlich nicht, aber Kapital kann fliehen: Der griechische Zoll bedient sich deshalb künftig der Hilfe von Spürhunden bei der Suche nach Bargeld. Auf diese Weise soll Kapitalflucht und Betrug Einhalt geboten werden, wie das Finanzministerium des notorisch klammen EU-Landes am Donnerstag bekannt gab.

Spürhunde sollen an Grenzübergängen, Häfen und Flughäfen illegal ins Ausland transportiertes Bargeld erschnüffeln. Dazu wurde eine Sonderkommission des Finanzministeriums eingerichtet.

Laut der Regierungswebsite "Diavgeia" werden deutsche und belgische Schäferhunde sowie Labradore als besonders geeignet angesehen. Für den Zoll sollen die Hunde Bargeld im Gepäck erschnüffeln – anhand der speziellen Tinte und des besonderen Papiergeruchs. Auch in Deutschland und Frankreich sind solche Hunde im Einsatz.

Die griechischen Finanzbehörden kämpfen gegen eine verstärkte Kapitalflucht, nachdem das von der Pleite bedrohte Land, das unter dem Druck von EU und Internationalem Währungsfonds rigide Reformen auf den Weg brachte, im vergangenen Sommer strenge Kapitalverkehrskontrollen einführte.

Das Misstrauen in Staat und Banken führte dazu, dass viele Griechen ihr Geld von den Konten abzogen, um notfalls liquide zu sein. Die Einlagen bei den Banken sanken so zwischen November 2014 und vergangenem Mai von rund 164 auf knapp 122 Milliarden Euro. (APA/AFP/Reuters, 14.7.2016)

  • Geldschnüffeln – ein Job, den Hunde besonders gut erledigen.
    foto: apa/roessler

    Geldschnüffeln – ein Job, den Hunde besonders gut erledigen.

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