Sonntagsöffnung bei Handelsangestellten ungeliebt

14. Juli 2016, 15:55
266 Postings

Mangelnde Kinderbetreuung und Mobilität werden von vielen als Grund genannt

Salzburg – Im Kollektivvertrag für Handelsangestellte ist zwar ein Lohnzuschlag von 100 Prozent für die Sonntagsarbeit fixiert, wirklich beliebt macht das die Sonntagsöffnung bei den Handelsbediensteten aber nicht. Im Rahmen einer Umfrage der GPA unter 16.000 Handelsangestellten im Land Salzburg (Rücklaufquote 16 Prozent) wurde auch der Stellenwert der höheren Bezahlung für die Angestellten abgefragt. 89 Prozent geben an, im Fall, dass ihr Betrieb am Sonntag offenhalten werde, einen Arbeitsplatzwechsel anzustreben.

Die Gründe für die Ablehnung der Sonntagsbeschäftigung: Ganz allgemein wird die familiäre Situation (86 Prozent) angeführt. Religiöse Gründe (Kirchenbesuch) spielen keine Rolle: Nur zwei Prozent führen dies als Grund ihrer Ablehnung an.

Interessant sind die Detailfragen. 75 Prozent der Beschäftigten geben an, für diesen Fall keine Möglichkeit einer Kinderbetreuung zu haben. Dies korrespondiert mit der Geschlechterverteilung im Handel. Von den retournierten Fragebögen wurden 85 Prozent von Frauen ausgefüllt. Das zweite Detailergebnis betrifft die Mobilität: Immerhin 60 Prozent geben an, am Sonntag nicht mit Bus oder Zug zur Arbeit fahren zu können.

Befragt man die Angestellten nach den wirtschaftlichen Auswirkungen, dann sind vor allem die Angaben der Personengruppe im Lebensmittelhandel in Tourismuszonen von Bedeutung, wo Geschäfte bereits am Sonntag offengehalten werden können. Nur 22 Prozent sagen, dass der Sonntag für ihre Filiale ein Umsatzbringer sei.

Gewerkschaft und AK interpretieren die Befragung als Auftrag, vehement gegen eine Ausweitung der Öffnungszeiten aufzutreten. Hinter die aktuellen Regelungen will man aber nicht zurück, sagt Salzburgs AK-Präsident Siegfried Pichler. Für ihn sei aber der Plafond erreicht. (neu, 14.7.2016)

Share if you care.