Die Auswirkung von Schockbildern auf die Tabakindustrie

14. Juli 2016, 15:54
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Vor 15 Jahren wurden in Deutschland noch doppelt so viele Zigaretten produziert wie heute

Bayreuth – Die Einführung strengerer Warnhinweise auf Zigarettenschachteln im Mai dieses Jahres hat die Produktion der Tabakindustrie in Deutschland kräftig durcheinandergewirbelt. Das geht aus den aktuell veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor: Während im ersten Quartal 2016 mehr Tabakwaren als im Vorjahreszeitraum versteuert wurden, sind die Steuereinnahmen im zweiten Quartal deutlich gesunken.

Seit dem 20. Mai müssen einer neuen EU-Tabakrichtlinie zufolge auf allen neu produzierten Packungen Warnhinweise und abschreckende Fotos – etwa von Raucherbeinen oder teerschwarze Lungen – abgebildet sein. Im ersten Quartal produzierten die Tabakunternehmen deshalb kräftig Ware vor. Diese darf noch ein Jahr lang verkauft werden.

Zwischen Jänner und März wurden 22 Prozent mehr Zigaretten versteuert als zur gleichen Zeit 2015. Von April bis Juni kehrte sich der Effekt um: Es wurden 15,4 Prozent weniger Zigaretten hergestellt als im Vergleichszeitraum 2015. Auch der Absatz von Zigarren und die Menge des versteuerten Feinschnitts zum Selberdrehen waren rückläufig.

Insgesamt ist die Produktion laut Deutschem Zigarettenverband seit Jahren rückläufig. Vor 15 Jahren wurden den Angaben zufolge noch mehr als 160 Milliarden Zigaretten in Deutschland produziert. Im vergangenen Jahr seien es noch 81 Milliarden gewesen. (APA, 14.7.2016)

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