Gewerkschaft begrüßt Pleite von "schwarzem Schaf"

14. Juli 2016, 13:10
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Die steirische Nival Kropiunik Bau ging in Konkurs, laut Gewerkschaft Bau-Holz soll sie Lohn- und Sozialdumping betrieben haben

Lebring – Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) freute sich am Donnerstag über den Konkurs eines Bau-Unternehmens: "Ein schwarzes Schaf weniger am Markt", hieß es in der Aussendung von Bundesvorsitzenden Josef Muchitsch. Konkret ging es um die in Lebring ansässige Nival Kropiunik Bau, die am Dienstag Konkurs angemeldet hatte. Sie soll Lohn- und Sozialdumping betrieben haben, so der Vorwurf der GBH.

"1,44 Millionen Schaden für Gläubiger: Arbeitern wurde zu wenig Lohn ausbezahlt und Beiträge zur Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK), der Gebietskrankenkasse sowie Sozialversicherungsbeiträge fehlen. Alles Kosten, auf denen die Steuerzahler sitzen bleiben", kritisierte die Gewerkschaft die Insolvenz des slowenisch geführten Unternehmens, dem es "keine Träne" nachtrauere. Die Nival Kropiunik Bau mit einem Appartement als Firmensitz in der Steiermark habe schon seit geraumer Zeit auffällig agiert.

Betrugsfirma laut GBH

"Bei dieser Firma handelt sich um eine der unzähligen Betrugsfirmen, welchen wir auf die Schliche gekommen sind. Die Firma wurde von uns bereits zweimal wegen des Verdachts auf Lohn-und Sozialdumping angezeigt. Aktuell ermittelt die Finanzpolizei gegen ein undurchsichtiges Firmengeflecht im Hintergrund der Firma", erklärte GBH-Landesgeschäftsführer Andreas Linke. Muchitsch meinte: "Die Forderung des Wirtschaftsministeriums nach einer Liberalisierung der Gewerbeordnung geht angesichts solcher Betrugsfirmen in die falsche Richtung. Wenn ein Stanley-Messer und ein Zollstab reichen, um sich in Österreich Unternehmer nennen und Angebote abgeben zu dürfen, na dann gute Nacht, Österreich."

Die Pleite zeige, dass, wenn Aufträge an dubiose Firmen vergeben werden, Schaden und Kosten die Steuerzahler tragen müssen. Damit werde den seriös arbeitenden Unternehmen mit ihrem Eigenpersonal die Chance auf Aufträge genommen. Um sozialen und wirtschaftlichen Schäden zukünftig bereits an der Wurzel bekämpfen zu können, fordert die Baugewerkschaft nicht nur von einer Aufweichung der Gewerbeordnung abzusehen, sondern noch genauer zu prüfen, wer sich in Österreich Unternehmer nennen will.

Die Nival Kropiunik-Bau GmbH mit Sitz in Lebring (Bezirk Leibnitz) hatte am Dienstag am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz die Aufnahme eines Konkursverfahren beantragt. Das Unternehmen wurde 1989 gegründet, teilte Creditreform mit. 17 Dienstnehmer und über 75 Gläubiger seien betroffen. Die Aktiva betragen rund 530.000 Euro, die Passiva etwa 1,44 Mio. Euro. (APA, 14.7.2016)

  • Die Baufirma soll Lohn- und Sozialdumping betrieben haben – ein schwarzes Schaf laut Gewerkschaft Bau-Holz.
    foto: apa/dpa/lukas schulze

    Die Baufirma soll Lohn- und Sozialdumping betrieben haben – ein schwarzes Schaf laut Gewerkschaft Bau-Holz.

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