Bargeld wechseln am Bankomaten kann im Urlaub teuer werden

14. Juli 2016, 11:28
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Konsumentenschützer warnen vor der Wechselkursfalle und empfehlen Geldwechsel zum offiziellen Tageskurs

Wien – Konsumentenschützer warnen jetzt zur Sommerreisezeit erneut vor der "Wechselkursfalle" bei der Behebung von Bargeld an Geldautomaten in Ländern außerhalb der Eurozone. Wieviel Euro für den behobenen Geldbetrag tatsächlich vom eigenen Konto abgebucht werden, entscheide sich mit einem Klick am Automaten, warnte der Betreiber der Vergleichsplattform girokonto.at, Bernhard Angeler, am Donnerstag.

Bei Bargeldbehebungen in Ländern außerhalb der Eurozone – etwa in Kroatien, der Türkei, Großbritannien, der Schweiz, Dänemark, Norwegen, Schweden und den meisten ost- und südosteuropäischen Staaten – stehen dem Konsumenten nämlich zwei Möglichkeiten offen: Die Umrechnung der regionalen Währung in Euro zu einem sofort garantierten Kurs oder zum Tageskurs.

Der "feste Wechselkurs", der bereits zum Zeitpunkt der Behebung vom jeweiligen Automatenbetreiber festgesetzt wird, verschaffe eine trügerische Sicherheit kann aber bis zu 10 Prozent höhere Wechselkosten zur Folge haben, warnt Angeler. Er empfiehlt, sich im Zweifel für die Abbuchung des behobenen Betrags vom eigenen Konto in der Fremdwährung, also mit vorerst unbekanntem Wechselkurs, zu entscheiden. "Nur diese Option garantiert eine Umrechnung in Euro zu offiziellen Konditionen", so Angeler.

Tageskurs wählen

Auch Bernd Lausecker rät in der Zeitschrift "Konsument" (Ausgabe 2/2016) dazu, sich im Zweifelsfall für den Tageskurs zu entscheiden, weil dann die Umrechnung von der Hausbank durchgeführt wird. "Die dynamische Währungsumrechnung (Dynamic Currency Conversion – DCC) verteuert Bargeldbehebungen oft deutlich, weil hier mehr als die außerhalb der Eurozone üblichen Spesen aufgeschlagen werden. Davon profitieren die Banken, die Zahlungsabwickler und – bei Kartenzahlungen – zunehmend auch die Händler", so Lausecker.

Leider seien alle Beteiligten daran interessiert, den "garantierten Wechselkurs" zu forcieren. "Sie schrecken auch nicht vor manipulativen Tricks zurück, indem zum Beispiel der Eurobetrag in Grün und der Fremdwährungsbetrag in Rot am Display aufscheinen. Oder der Bankomat wählt automatisch die Euro-Option, wenn man zu lange überlegt", so Lausecker.

Um sich gegen überteuerte Bargeldbehebungen zu schützen, rät Angeler dazu, sich vor der Behebung größerer Summen über aktuelle Wechselkurse zu informieren, um die angebotene "Garantieumrechnung" bewerten zu können. Die Informationen am Bildschirm des Geldautomaten sollten in Ruhe und sorgfältig gelesen werden. Im Zweifelsfall sollte die Abbuchung in der Fremdwährung gewählt werden. Nur diese Option garantiert eine Umrechnung zu offiziellen Konditionen. (APA, 14.7.2016)

  • Im Urlaub braucht man meistens auch viel Geld – wie und wo man abhebt, will überlegt sein.
    foto: reuters

    Im Urlaub braucht man meistens auch viel Geld – wie und wo man abhebt, will überlegt sein.

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