Südsee: Nachfahre der "Bounty"-Meuterer auf Pitcairn verurteilt

14. Juli 2016, 09:01
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Ex-Bürgermeister wegen Besitzes von Fotos und Videos verurteilt, die sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen

Wellington – Die von Nachfahren der Meuterer auf der "Bounty" bewohnte Südseeinsel Pitcairn hat wieder einen Kriminalfall. Der frühere Bürgermeister, der den rund 50 Einwohnern vorstand, ist wegen Besitzes von Fotos und Videos, die sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen, verurteilt worden. Eine Berufung sei jetzt abgeschmettert worden, berichtete Radio Neuseeland am Donnerstag.

Der Mann muss 20 Monate in Haft. Er kann seine Strafe aber erst antreten, wenn Neuseeland Gefängniswärter geschickt hat. Das dürfte sechs Monate dauern, berichtete der Sender.

Schon 2004 Missbrauchsskandal

Die winzige Pitcairn-Insel liegt auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Südamerika, von beiden mehr als 5.000 Kilometer entfernt. 1790 legten dort die Meuterer der "Bounty" um Fletcher Christian an. Sie hatten den Kapitän nach Streitereien an Bord überwältigt und ausgesetzt. Pitcairn und die umliegenden unbewohnten Inseln gehören zu Großbritannien, werden aber von Neuseeland aus betreut.

2004 gab es auf Pitcairn einen Kindesmissbrauchsskandal. Sechs Männer, darunter ein direkter Nachfahre Christians, wurden damals wegen Vergewaltigung und Inzests verurteilt. (APA, 14.7.2016)

  • Die Pitcairn-Inseln haben nur rund 50 Einwohner. Daher muss ein Gefängniswärter von Neuseeland kommen, um einen nun Verurteilten zu bewachen. Das dauert sechs Monate.
    foto: ap

    Die Pitcairn-Inseln haben nur rund 50 Einwohner. Daher muss ein Gefängniswärter von Neuseeland kommen, um einen nun Verurteilten zu bewachen. Das dauert sechs Monate.

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