US-Bürgerrechtler klagen Polizei von Baton Rouge

14. Juli 2016, 06:44
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Die Proteste am Wochenende soll wegen des Verhaltens der Polizei eskaliert sein

Baton Rouge – Wegen des Vorgehens gegen Demonstranten haben mehrere Bürgerrechtsorganisationen in den USA Klage gegen die Polizei in der Stadt Baton Rouge eingereicht. Die Sicherheitskräfte hätten den Menschen das Recht auf eine friedliche Demonstration genommen, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung der American Civil Liberties Union (ACLU).

Wegen des Verhaltens der Polizei sei die Lage bei den Protesten am Wochenende eskaliert, kritisierten die Bürgerrechtler. In Baton Rouge und im Bundesstaat Minnesota waren in der vergangenen Woche die Afroamerikaner Alton Sterling und Philando Castile durch Polizeikugeln getötet worden.

In zahlreichen Städten gingen daraufhin am Wochenende Tausende gegen Polizeigewalt auf die Straße. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten. Allein in Baton Rouge wurden fast 200 Menschen festgenommen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Auf Bildern ist zu sehen, wie Sicherheitskräfte in voller Kampfausrüstung auf Demonstranten losgingen.

Musikvideo gegen Polizeigewalt gegen Schwarze

Auch zahlreiche Stars kritisieren mit einem Video die Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA. Unter anderem sind die Musiker Beyoncé, Rihanna, Pharrell Williams, Bono und Adam Levine in dem knapp drei Minuten langen Clip zu sehen, den die Nachrichtenseite "Mic" am Mittwoch veröffentlicht hat.

Das Video trägt den Titel "23 ways you could be killed if you are black in America" (etwa: "23 Wege getötet zu werden, wenn du als Schwarzer in den USA bist").

Die Prominenten lesen nacheinander Situationen vor wie "Mit einem kaputten Bremslicht Auto fahren", "CDs vor einem Supermarkt verkaufen" und "Einen Kapuzenpulli tragen". Nach jedem Satz wird das Foto eines schwarzen Menschen eingeblendet, der von einem Polizisten getötet worden ist.

mic

Zwei der fünf getöteten Polizisten von Dallas beerdigt

Zwei der fünf von einem Heckenschützen in Dallas getöteten Polizisten sind indes am Mittwoch (Ortszeit) zu Grabe getragen worden. Bei einer öffentlichen Prozession durch die Straßen erwiesen Bewohner den beiden Polizisten Lorne Ahrens und Brent Thompson die letzte Ehre. Mehrere tausend Polizisten nahmen an den beiden Trauerfeiern teil.

Für den getöteten Polizisten Michael Smith war für Donnerstag eine katholische Messe vorgesehen, die beiden anderen Beisetzungen standen noch aus. Die fünf Beamten waren am vergangenen Donnerstag während einer Demonstration gegen tödliche Polizeieinsätze gegen Schwarze aus dem Hinterhalt von einem 25-jährigen afroamerikanischen Afghanistan-Veteran erschossen worden. Der Attentäter, der später von den Einsatzkräften in einer Parkgarage getötet wurde, verletzte außerdem neun weitere Beamte sowie zwei Zivilisten durch Schüsse.

Präsident Barack Obama sagte, es müsse noch viel zur Überwindung der Gräben zwischen Polizei und Schwarzen in den USA getan werden. "Wir sind noch nicht so weit, dass sich Farbige sicher sein können, dass die Polizei sie gleich behandelt und ihnen mit Würde und Respekt begegnet", sagte Obama nach einem Treffen mit Bürgerrechtlern und Vertretern der Polizei am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus. "Und wir sind auch noch nicht so weit, dass sich die Polizeibehörden auf allen Ebenen angemessen unterstützt fühlen", fügte Obama hinzu. Seit einer Untersuchung der tödlichen Schüsse auf einen unbewaffneten schwarzen Jugendlichen in Ferguson (Missouri) vor knapp zwei Jahren habe es Fortschritte gegeben, nach den jüngsten Ereignissen werde es auf absehbare Zeit aber weitere Spannungen geben. (APA, 14.7.2016)

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