Sanierung der Kasernen: Richtig, nicht retro

Kommentar13. Juli 2016, 17:34
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Es geht um alles andere als darum, dass Doskozil den Kommandanten goldene Badewannen in die Kasernen bauen lassen will

Mehr als eine halbe Milliarde pumpt der Verteidigungsminister nun in die heruntergekommenen Kasernen – und das, obwohl sein Vorgänger vor nicht allzu langer Zeit die militärischen Stützpunkte noch reihenweise verscherbeln wollte. Doch das war gestern.

Mittlerweile sind abertausende Asylwerber allzu lange alles andere als kontrolliert durchs Land gezogen – und dabei war auch das Bundesheer gefordert, die Menschen adäquat zu transportieren und zu versorgen. Parallel dazu haben inzwischen Jihadisten mit ihren blutigen Anschlägen Frankreich und damit ganz Europa erschüttert – und vorexerziert, dass eine Republik im Ausnahmezustand rasch auf Eliteeinheiten, ausreichend Mannstärke sowie funktionierende Infrastruktur zurückgreifen können muss, um möglichst rasch wieder eine alte Ordnung herzustellen.

Es geht also um alles andere als darum, dass Hans Peter Doskozil den Kommandanten goldene Badewannen anstelle desolater Sanitäranlagen in die Kasernen bauen lassen will. Auch die Befriedung der Landeshauptleute ist längst mit dem finanziellen Aufpäppeln der halbtot gesparten Militärmusikkapellen geschehen. Vielmehr müssen dort die barackenartigen Zustände beseitigt werden – nicht zuletzt, weil den ebenfalls ausgedünnten Kommanden in den Ländern bald wieder die Ausbildung der Rekruten überantwortet wird. All das klingt nur für jene retro, die sich nie mit der geänderten Sicherheitslage befasst haben. (Nina Weißensteiner, 13.7.2016)

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