Deutschland will sich bei Namibia für Völkermord entschuldigen

13. Juli 2016, 15:13
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Gespräche sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden

Berlin – Deutschland will sich bei Namibia offiziell für den Völkermord im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika entschuldigen. Die laufenden Gespräche zwischen beiden Seiten über eine Regierungserklärung sollten bis zum Jahresende abgeschlossen werden, kündigte das Auswärtige Amt am Mittwoch in Berlin an. Zwischen 1904 und 1908 hatten deutsche Truppen Zehntausende Angehörige der Volksgruppen Herero und Nama umgebracht.

Geplant ist eine gemeinsame Erklärung der Regierungen und Parlamente Deutschlands und Namibias, in der die Massaker ausdrücklich als Völkermord bezeichnet werden. Präsident Joachim Gauck soll sich bereit erklärt haben, dann die offizielle Entschuldigung auszusprechen. Darüber hinaus soll eine deutsch-namibische "Zukunftsstiftung" ins Leben gerufen werden, und es soll neue Infrastrukturprojekte wie Meerwasser-Entsalzungsanlagen geben.

Gespräche im September

Auf deutscher Seite werden die Gespräche von dem ehemaligen Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz, geführt. "Beide Seiten hoffen, dass die Gespräche noch in diesem Jahr abgeschlossen werden", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Polenz wird im September zu neuen Verhandlungen in Namibias Hauptstadt Windhuk erwartet.

Die Bundesregierung hatte vor mehr als einem Jahr die Massaker deutscher Truppen erstmals als "Völkermord" bezeichnet. Im heutigen Namibia wurden insgesamt mehr als 75.000 Herero und Nama von kaiserlichen Truppen ermordet. Die deutsche Kolonialherrschaft ging am 9. Juli 1915 zu Ende. (APA, 13.7.2016)

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