Sega Saturn: Kopierschutz von Konsolen-Oldie nach 21 Jahren geknackt

14. Juli 2016, 11:37
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Steckmodul ermöglicht das Starten von Software auf USB-Stick – eigenes CD-Format als Hindernis

Während Nintendo mit dem SNES erfolgreich war, sich die Entwicklung des N64 aber verzögerte, brachte Konkurrent Sega Ende 1994 mit dem "Saturn" eine Nextgen-Konsole auf den Markt. Obwohl man damit zeitlich auch Sonys Playstation ausstechen konnte, sollte das Gerät letztlich im Wettstreit um die Wohnzimmer klar unterliegen. Das letzte Spiel für das Gerät am europäischen Markt erschien 1998. Doch schon lange zuvor hatten die meisten großen Games-Hersteller der Plattform den Rücken zugewandt.

Bis heute besitzt der Saturn aber eine kleine, eingeschworene Fangemeinde. Die kämpft allerdings damit, dass die Hardware der Geräte langsam aber sicher Ausfallserscheinungen zeigt. Insbesondere das CD-Laufwerk gilt als Schwachstelle. Da kommt es als gute Neuigkeit, dass es einem Tüftler nach gut 22 Jahren nun gelungen ist, erstmals den Kopierschutz des Gerätes auszuhebeln, wie Heise berichtet.

Umgehung des CD-Laufwerks möglich

James Laird-Wah hatte eigentlich vor, selber Musik für den Saturn zu schreiben. In Ermangelung von Bezugsquellen von Mod-Chips zur Umgehung des Kopierschutzes hat er letztlich vor drei Jahren den Controller des CD-Laufwerks "nachgebaut", was es ihm ermöglichte, auf dessen Software zuzugreifen.

Mittlerweile kann Software von einem USB-Stick aus gestartet werden, sodass zur weiteren Nutzung ein funktionierendes CD-Laufwerk nicht mehr Voraussetzung ist. Auch Daten wie Spielstände lassen sich am externen Speichermedium ablegen. Damit ist es auch künftig möglich, Saturn-Games auf der originalen Konsole zu spielen.

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DRM-Aushebelung per Steckkarte

Grundlage bildete ein einst erhältliches Zusatzmodul für Video-CDs, in dessen Kommunikation mit dem Controller Laird-Wah den Programmcode entdeckte, um die Konsole nun auch per USB füttern zu können. Implementiert hat er seinen Hack nun in eine eigens entwickelte Steckkarte, die den Schutz aushebelt, sobald man sie in den Erweiterungsport einführt.

Der Hardware-basierte Kopierschutz des Sega Saturn hat im Laufe der Zeit bereits einigen Knackversuchen widerstanden. Auch die Entwickler von Emulatoren, über die Saturn-Spiele auf normalen Computern gestartet werden können, hatten damit teils gravierende Probleme. (gpi, 14.07.2016)

  • Nach mehr als 21 Jahren ist der Kopierschutz des Sega Saturn nun geknackt worden.
    foto: james laird-wah

    Nach mehr als 21 Jahren ist der Kopierschutz des Sega Saturn nun geknackt worden.

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