"AsthmaPi": Neunjähriger erfindet Gerät zur Asthmakontrolle

13. Juli 2016, 13:41
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Basiert auf dem Raspberry Pi und mehreren Sensoren – Sieger beim Wettbewerb "Tech4Good"

Der Einplatinen-Rechner Raspberry Pi und zahlreiche ähnliche Minicomputer inspirieren junge und erwachsene Erfinder zu allerlei interessanten Projekten. Immer wieder werden auch Wettbewerbe veranstaltet, die den Erfindergeist ankurbeln sollen.

So auch bei der "Tech4Good"-Competition, die vn AbilityNet und der British Telecom organisiert werden. Dort hat heuer ein neunjähriges Kind den Gesamtpreis geholt. Der Junge Arnav Sharma hat einen Gerät entwickelt, das den Alltag für Asthmatiker erleichtern soll.

AsthmaPi

"AsthmaPi" heißt sein Hilfsmittel, zu dessen Umsetzung er sich von asthmaleidenden Mitschülern leiten ließ. Alleine in Großbritannien sind 5,4 Millionen Menschen mit der Lungenkrankheit diagnostiziert. Jeden Tag kommt es dabei im Schnitt zu 185 Spitalseinlieferungen aufgrund von Anfällen. Weltweit geht die Weltgesundheitsorganisation von 100 bis 150 Millionen Erkrankten aus.

Symptomatisch behandelt wird die Krankheit in der Regel mit Inhalatoren, die sich bei häufiger Nutzung allerdings schädlich auf Wachstum und das Immunsystem auswirken können. Dementsprechend gilt es, Anfallursachen – etwa staubige oder verrauchte Luft – aus dem Weg zu gehen.

Misst Umgebungswerte und schickt Erinnerungen

Der AsthmaPi basiert am Raspberry Pi 2B und einem Arduino Uno, der mit diversen Sensoren gekoppelt ist. Ermittelt werden Zusammensetzung und Staubgehalt der Luft, sowie auch Luftfeuchte, Temperatur und Luftdruck. Angezeigt werden die Messdaten auf einem Display. Eine portable Verwendung ist durch den Anschluss eines Batteriemoduls möglich. Die Software verfasste Sharma in C++ und Python.

Das Gerät warnt bei problematischen Umgebungsbedingungen, sodass Asthma-Betroffene gegebenenfalls Änderungen vornehmen oder den Aufenthaltsort wechseln können. Zudem kann es per SMS auch an die Einnahme von Medikamenten und Kontrollbesuche beim Arzt erinnern.

Preiswert

Ein Aspekt des AsthmaPi ist auch der Preis. Medizinische Geräte sind üblicherweise sehr teuer. Die Gesamtkosten für die Erfindung des Neunjährigen hingegen sollen weniger als 100 Britische Pfund (derzeit knapp 120 Euro) betragen. Sharma hofft, dass er seine Erfindung vom Proof-of-Concept in ein fertiges Produkt weiterentwickeln kann. (gpi, 13.7.2016)

manisha sharma
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