Kälte und Regen: Kaum Marillen in diesem Jahr

13. Juli 2016, 11:30
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Die kalten Nächte im April wirken sich auf die Marillenernte aus. Die Wachau und andere Gebiete rechnen mit wesentlich weniger Ertrag

Nachdem der Sommer nun endlich da ist, erinnert sich kaum jemand mehr an den Kälteeinbruch im Frühling. Außer dass man die Pullover doch nicht so schnell wegpacken konnte, haben die kühlen Temperaturen kaum jemandem was ausgemacht. Anders war das allerdings in der Landwirtschaft. In weiten Teilen Österreichs hat der Frost massive Schäden angerichtet. Ende April gab es Nächte mit bis zu minus vier Grad, die Weinstöcken, aber auch Marillenbäumen zugesetzt haben.

Während das Weinviertel kaum betroffen war, gibt es in Teilen Oberösterreichs nahezu keine Marillen. In der Wachau ist es nicht ganz so schlimm, auch wenn die Ernte wesentlich geringer ausfällt als in den letzten Jahren. "Wir werden dieses Jahr nur die halbe Ernte im Vergleich zum Vorjahr haben. Das wird sich natürlich auch leicht auf den Preis auswirken", sagt der Obmann des Vereins Original Wachauer Marille, Franz Reisinger. Wer die Original Wachauer Marille kaufen möchte, muss sich noch ein bisschen gedulden. Die Ernte beginnt nämlich erst dieses Wochenende und dauert rund zwei bis drei Wochen.

Regen schadet der Marille

Überstanden ist das Bangen um die Ernte aber noch nicht, sind doch in den nächsten Tagen weitere Regenschauer vorhergesagt. "Der Regen ist sehr schlecht. Wenn es zu viel regnet und die reifen Marillen zu viel Wasser aufnehmen, platzen sie auf und schmecken nach nichts mehr. Damit sind sie unverkäuflich", sagt Reisinger.

Trotz Vorbestellung gebe es keine Garantie, im Sommer tatsächlich Marillen zu bekommen. "Die Ernte ist von so vielen äußeren Faktoren abhängig, dass man im Frühling noch keine Einschätzung abgeben kann. Viele Marillen sind im Juni abgefallen, weil sie sich nach den Frostschäden nicht mehr erholt haben". Die Schäden seien aber lokal sehr unterschiedlich. Marillengärten mit niedrigen Bäumen seien beispielsweise stärker betroffen als jene mit hohen Bäumen. Liebhaber der Original Wachauer Marille sollten sich bereits jetzt Früchte sichern und hoffen, dass sie dann auch bekommen. (Alex Stranig, 13.7.2016)

  • Zu viel Regen schadet den reifen Marillen. Platzen sie auf, sind sie unverkäuflich.
    foto: apa / niederoesterreich werbung

    Zu viel Regen schadet den reifen Marillen. Platzen sie auf, sind sie unverkäuflich.

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