"Pokémon Go" sorgt für Zwischenfälle in Amsterdamer Spital

12. Juli 2016, 19:13
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Smartphone-Game lässt Nutzer in gesperrte Bereiche laufen – manche Spieler verirrten sich sogar in den Keller

Die Begeisterung für das Smartphone-Spiel Pokémon Go hat in einem Krankenhaus in Amsterdam für unliebsame Vorfälle gesorgt. Das Akademische Medizinische Zentrum (AMC) in der niederländischen Metropole sah sich am Dienstag gezwungen, Besucher aufzufordern, beim Spielen von Pokémon Go nicht mehr in nicht-öffentliche Bereiche des Krankenhauses einzudringen.

"Es gibt tatsächlich ein krankes Pokémon im AMC, aber wir sorgen gut für es. Bitte besucht es nicht", teilte die Klinik im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Beigefügt war ein Bild der Pokémon-Figur Pikachu neben einer Taschentücher-Box.

Unerwünschte Besucher

Die kostenlose Spiele-App Pokémon Go animiert die Spieler, mit ihrem Smartphone durch die Gegend zu laufen und in der "echten Welt" Monster "einzufangen". Dabei werden die GPS-Funktion und eine reale Straßenkarte genutzt. Seit der Veröffentlichung der App in der vergangenen Woche wurde sie bereits millionenfach heruntergeladen.

"Seit gestern ist uns aufgefallen, dass junge Leute mit Smartphones im Gebäude herumlaufen und in Bereiche gehen, in denen sie nicht sein sollten", sagte die AMC-Sprecherin Loes Magnin der Nachrichtenagentur AFP. Einige Spieler hätten sich sogar im Keller des Krankenhauses wiedergefunden, wo unter anderem Kleidung desinfiziert wird. "Die Patienten brauchen Ruhe und Erholung", mahnte Magnin.

Spieler auf Bahngleisen

Doch nicht nur dem Krankenhaus macht Pokémon Go zu schaffen. Die niederländische Bahn-Aufsicht ProRail bat Nintendo um Änderungen an der Spiele-App, nachdem manche Spieler unwissentlich auf Gleise geraten waren.

Laut einem Bericht des niederländischen Rundfunks gingen in den vergangenen Tagen zudem bei der Polizei Beschwerden über verdächtige Mobilfunknutzer ein, die Häuser fotografieren. Der Verdacht, es handle sich um Einbrecher, die neue Ziele auskundschafteten, erhärtete sich nicht. Die auffälligen Handynutzer entpuppten sich vielmehr ebenfalls als Pokémon-Go-Spieler. (APA, 12.07.2016)

  • "Pokémon Go" hat regen Zulauf an Spielern zu verzeichnen, allerdings sorgt das Spiel auch immer wieder für Zwischenfälle.
    screenshot: pokémon go

    "Pokémon Go" hat regen Zulauf an Spielern zu verzeichnen, allerdings sorgt das Spiel auch immer wieder für Zwischenfälle.

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