Lautstark, aber wichtig: Krähen haben hohen Nutzen

24. Juli 2016, 13:26
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Britische Forscher untersuchten, wer in Siedlungsgebieten die meisten Tierkadaver entsorgt – Krähen stellen alle anderen Spezies in den Schatten

Exeter – Das Image von Krähen in Siedlungsgebieten liegt nur etwas über dem von Tauben – unter anderem auch deshalb, weil Krähen gut zum Taubenverscheuchen sind. Davon abgesehen und trotz Respekts vor ihrer hohen Intelligenz gelten die Vögel aber eher als lästig und nicht zuletzt als laut.

Forscher der Universität Exeter polieren das Image der Rabenvögel nun mit nüchternen Zahlen auf: Sie hielten in einer Studie fest, wie fleißig Krähen im Entfernen von Tierkadavern sind, die ja auch in Stadtgebieten laufend anfallen und ein potenzielles Gesundheitsrisiko darstellen.

Die Stars der Müllentsorgung

An insgesamt zwölf Stellen legten die Forscher Rattenkadaver aus und montierten Kameras mit Bewegungssensoren, um zu dokumentieren, wer das Aas entsorgt. Studienerstautor Richard Inger weist darauf hin, dass wir in Siedlungsgebieten relativ selten auf Tierkadaver stoßen – gemessen daran, wie viele kulturfolgende Spezies sich da tummeln. Zu verdanken ist dies Aasfressern, so Inger – doch welchen?

Das zeigten dann die Kameras: Füchse, Elstern, Dachse, Silbermöwen und ein Dutzend weitere Wirbeltierspezies fanden sich ein, um sich auf die toten Ratten zu stürzen. Sie alle zusammen entsorgten während der von Mai bis September 2015 laufenden Studie aber nur zwei Prozent des Aases. Satte 98 Prozent ging auf das Konto der Krähen. Dieser Spezies komme daher eine ökologische Schlüsselrolle zu, schließen die Forscher. (red, 24. 7. 2016)

  • Von der Kamera festgehalten: Krähen entsorgen totes Rattenfleisch.
    foto: richard inger

    Von der Kamera festgehalten: Krähen entsorgen totes Rattenfleisch.

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