Perfektes Rennen für Michael Matthews

12. Juli 2016, 17:21
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Australier bezwang im Sprint der zehnten Etappe seine Fluchtgefährten – Cavendish beschwert sich über Zimmerkollege Eisel: "Noch nie so ein Schnarchen gehört"

Der Australier Michael Matthews hat am Dienstag seinen Premierensieg bei der Tour de France geholt. Der 25-jährige Australier siegte nach 197 km von Escalades-Engordany nach Revel im Zielsprint einer Ausreißergruppe vor dem slowakischen Weltmeister Peter Sagan. Der Brite Chris Froome kam über neun Minuten später mit dem Hauptfeld ins Ziel und verteidigte das Gelbe Trikot des Spitzenreiters.

Froome liegt weiterhin 16 Sekunden vor seinem Landsmann Adam Yates und 19 Sekunden vor dem Iren Daniel Martin. Der Kolumbianer Nairo Quintana, der mutmaßlich härteste Gegner von Froome, folgt mit 23 Sekunden Rückstand als Vierter. Die Österreicher Georg Preidler, Patrick Konrad und Bernhard Eisel kamen mit dem Feld ins Ziel, Marco Haller folgte zwei Minuten später.

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Matthews triumphierte schon beim Giro d'Italia und der Vuelta, doch bei der Tour heimste der Profi aus dem Orica-Team seinen ersten Tagessieg ein. Auf der Fahrt von Andorra ins französische Revel überquerte das Fahrerfeld den Port d'Envalira, den mit 2.408 Metern über dem Meer höchstgelegenen Punkt der 103. Tour-Auflage. Den Gebirgspass in den Pyrenäen nutzten 15 Mann, um sich vom Feld abzusetzen.

In dieser Gruppe befand sich auch Sagan, der den Briten Mark Cavendish in der Punktewertung als Leader ablöste. Für die Gesamtwertung war kein Fahrer aus der Fluchtgruppe gefährlich, weshalb schon lange vor dem Ziel klar war, dass das Feld nicht mehr herankommen würde. Gegen den spurtstarken Matthews hatte im Finale nicht einmal Sagan einen Auftrag.

Eisel raubt Cavendish den Schlaf

Vermutlich kann auch Sprinter Mark Cavendish nichts ausrichten, wenn er sich via Twitter über den unruhigen Schlaf seines österreichischen Zimmerkollegen Bernhard Eisel beschwert. "Trotz seiner Hilfe vergangene Woche, war ich letzte Nacht kurz davor, Bernhard Eisel brutal zu ermorden", schrieb der Brite, der in der ersten Woche der laufenden Tour de France drei Etappen gewonnen hatte. "Ihr habt noch nie so ein Schnarchen gehört."

Eisel (35) und Cavendish (31) sind seit Jahren gute Freunde. Der Österreicher gilt im Team Dimension Data als wichtiger Helfer des Ex-Weltmeisters. Cavendish und Eisel waren zuvor bereits bei T-Mobile bzw. High Road und Sky gemeinsam gefahren. Eisels Antwort an seinen Trauzeugen ließ nicht lange auf sich warten. "Ich bin mir nicht sicher, wovon er spricht, ich habe geschlafen wie ein Baby", versicherte der Steirer. (APA, 12.7.2016)

Ergebnisse vom Dienstag:

10. Etappe (Escaldes-Engordany/Andorra – Revel, 197 km): 1. Michael Matthews (AUS) Orica 4:22:38 Std. – 2. Peter Sagan (SVK) Tinkoff – 3. Edvald Boasson Hagen (NOR) Dimension Data – 4. Greg Van Avermaet (BEL) BMC – 5. Samuel Dumoulin (FRA) AG2R, alle gl. Zeit – 6. Daryl Impey (RSA) Orica +2 Sek. – 7. Luke Durbridge (AUS) Orica +1:10 Min. – 8. Damiano Caruso (ITA) BMC 3:01 – 9. Gorka Izagirre (ESP) Movistar 3:10 – 10. Tony Gallopin (FRA) Lotto, gl. Zeit. Weiter: 25. Christopher Froome (GBR) Sky 9:39 – 97. Georg Preidler (AUT) Giant – 112. Patrick Konrad (AUT) Bora – 119. Bernhard Eisel (AUT) Sky – 189. Marco Haller (AUT) Katjuscha 11:38

Gesamtwertung: 1. Froome 49:08:20 – 2. Adam Yates (GBR) Orica +16 – 3. Daniel Martin (IRL) Etixx-Quick-Step +19 – 4. Nairo Quintana (COL) Movistar 23 – 5. Joaquim Rodriguez (ESP) Katjuscha 37 – 6. Bauke Mollema (NED) Trek 44 – 7. Romain Bardet (FRA) AG2R – 8. Sergio Henao (COL) Sky, beide bl. Zeit – 9. Louis Meintjes (RSA) Lampre 55 – 10. Alejandro Valverde (ESP) Movistar +1:01 Min. Weiter: 48. Preidler 42:03 – 63. Konrad 57:33 – 187. Haller 2:00:15 – 188. Eisel 2:02:41

  • Der Australier Michael Matthews (li) konnte sich zwar nicht vorzeitig von der Fluchtgruppe lösen ...
    foto: afp/ kenzo tribouillard

    Der Australier Michael Matthews (li) konnte sich zwar nicht vorzeitig von der Fluchtgruppe lösen ...

  • Im Zielsprint ließ er der Konkurrenz jedoch keine Chance.
    foto: reuters/jean-paul pelissier

    Im Zielsprint ließ er der Konkurrenz jedoch keine Chance.

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