Gefühlsduselige Marketingsprache

    Kolumne5. August 2016, 14:28
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    Naturnah, nachhaltig und umweltbewusst: Winzer werfen gern mit Marketingfloskeln um sich

    Schaut man sich die Internetseiten von Weingütern an, hat man das Gefühl: Hier ist die Welt noch in Ordnung! Von "Naturverbundenheit" und "Verantwortung gegenüber der Umwelt" ist da gerne die Rede. Auch konventionelle Betriebe beteuern oft, so "naturnah", neuerdings auch so "nachhaltig wie möglich" zu arbeiten. Was genau soll das aussagen? So naturnah, wie es die Umstände erlauben oder wie es dem Winzer gerade noch komfortabel erscheint?

    Auch mit der Nachhaltigkeit ist das so eine Sache: Die Kriterien wirken schwammig und schwer überprüfbar. Um die sogenannte Nachhaltigkeitszertifizierung heimischer Betriebe ist es jedenfalls auffällig ruhig geworden. Die Bedingungen dafür waren auch, gelinde gesagt, verwunderlich. Man hatte den Eindruck, ökologische Kriterien spielten eine eher untergeordnete Rolle, während wirtschaftliche Rentabilität ein wichtiger Punkt zu sein schien.

    Zu wenig

    Es ist ja durchaus erfreulich, wenn immer mehr konventionelle Weingüter gesteigertes Bewusstsein gegenüber Umweltthemen entwickeln. Für Konsumenten wäre es dennoch aufschlussreicher, zu erfahren, welche Maßnahmen im Weinberg und im Keller gesetzt und welche Mittel dafür verwendet werden.

    So "naturnah wie möglich" klingt eher nach gefühlsduseliger Marketingsprache. Für die Natur ist das möglicherweise zu wenig. (Christina Fieber, RONDO, 5.8.2016)

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      Auf Internetseiten der Weingüter werden Marketingfloskeln eingesetzt, von konkreten Maßnahmen z.B. im Umweltschutz ist nicht die Rede.

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