Dinosaurier-Laute: Statt wildem Gebrüll auch sanftes Gurren

17. Juli 2016, 13:02
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Studie kommt zum Schluss, dass die Lauterzeugung mit geschlossenem Schnabel oder Maul vielfach unabhängig entstanden sein dürfte

Wichita Falls – Das charakteristische Gurren von Tauben ist eine ganz andere Form der Lautäußerung als Zwitschern, Kreischen, Schnattern und was Vögel sonst noch so tun. Beim Gurren bleibt der Schnabel nämlich geschlossen und die Luft wird nicht ausgestoßen, sondern in den vibrierenden Kropf geleitet.

Verbreitete Fähigkeit

Tauben sind freilich nicht die einzigen Vögel, die Lautäußerungen bei geschlossenem Schnabel zustandebringen. US-amerikanische und kanadische Wissenschafter untersuchten 208 Vogelspezies – immerhin 52 davon waren zu so etwas ähnlichem wie Gurren fähig. Die Körpergröße scheint dabei eine Rolle zu spielen und Tauben befinden sich laut der im Fachblatt "Evolution" erschienenen Studie an der unteren Grenze.

Die Verteilung der Arten über die verschiedenen Vogelordnungen macht es den Forschern zufolge unwahrscheinlich, dass diese Form der Lautäußerung nur einmal, an der Basis des Vogelstammbaums, entwickelt wurde. Stattdessen soll sie sich laut dem Team um Erstautor Tobias Riede mindestens 16 Mal unabhängig entwickelt haben.

Gurrende Dinos

Interessanterweise gibt es bei Krokodilen, den nächsten heute noch lebenden Verwandten der Vögel, eine ganz ähnliche Form der Lautäußerung. Da liegt die Vermutung nahe, dass auch die ausgestorbenen Dinosaurier, die mit den heutigen Vögeln noch enger verwandt waren, dazu in der Lage waren.

Im Vergleich zu Gesang werden diese leiseren und tieferen Laute von Vögeln gerne zur Revierverteidigung oder zum Anlocken von Paarungspartnern eingesetzt. Genauso könnten es auch Dinosaurier gehandhabt haben, spekulieren die Forscher. Nachdem man sich langsam, aber doch an gefiederte Dinosaurier gewöhnt hat, kommt hier also schon der nächste Faktor ins Spiel, der die "schrecklichen Echsen" von einst noch vogelähnlicher erscheinen ließe. (red, 17. 7. 2016)

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