Greg Burke – Von "Fox News" zum Pressesprecher des Papstes

12. Juli 2016, 11:27
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US-Amerikaner übt einen besonders heiklen Job in der Kommunikationswelt aus

Vatikanstadt – Über ein Jahrzehnt lang berichtete Greg Burke für den US-amerikanischen Nachrichtensender "Fox News" aus dem Vatikan. Vom Tod Johannes Pauls II. bis zu den ersten Vatileaks-Skandalen: Kein Event im Vatikan entging in den vergangenen Jahren dem 56-jährigen TV-Journalisten, der unter anderem auch für die Zeitschrift "Time" tätig war.

Sein Leben änderte sich radikal im Jahr 2012, als er zum allerersten Medienberater in der Geschichte des Vatikans avancierte. Als Medienberater arbeitete der bubenhaft wirkende Burke eng mit dem vatikanischen Pressesprecher Federico Lombardi zusammen, der in Pension geht und den der US-Amerikaner ab 1. August in seiner Rolle als "Stimme des Papstes" ersetzt.

Hinter den Kulissen

Während Lombardi bisher die Journalisten täglich bei seinen Pressebriefings traf, war Burke als Medienberater eher hinter den Kulissen geblieben. Dies änderte sich etwas, als der Mann aus St. Louis im Februar anstelle des pensionierten Pater Ciro Benedettini zu Lombardis Stellvertreter aufrückte. Als neuer Sprecher Franziskus' wird Burke nun eine durchaus prominente Rolle in der Medienstrategie des Vatikan spielen.

Burkes Ernennung zum Papst-Pressesprecher bezeichnen Vatikan-Insider als Zeichen, dass die vatikanische Kommunikation moderner, effizienter und jugendlicher werden will. Schließlich ist der bodenständige und humorvolle US-Journalist fast 20 Jahre jünger als der Jesuitenpater Lombardi. Mit Burke übernimmt wieder ein Laie den Posten des vatikanischen Pressesprechers, wie bereits zu Zeiten des Spaniers Joaquin Navarro Valls, der zwischen 1984-2006 Vatikan-Sprecher war. Wie Navarro Valls gehört auch der polyglotte Burke der katholischen Organisation Opus Dei als zölibatäres Mitglied (Numerarier) an.

Stärker für Frauen öffnen

Unter Burkes Führung will sich der Vatikan offenkundig stärker den Frauen öffnen. Denn Burkes neuernannte Stellvertreterin ist die Spanierin Paloma Garcia Ovejero, die unter anderem Chinesisch spricht. Bisher hatte es noch keine Frau geschafft, eine derartige Position im vatikanischen Presseamt zu erreichen. Die 40-jährige Hörfunk-Journalistin war seit 1998 Redakteurin, Moderatorin und später Chefredakteurin des spanischen katholischen Radiosenders "Cadena Cope".

Burke bezeichnete seine eigene Berufung und die seiner spanischen Kollegin als konkretes Zeichen einer Internationalisierung des Vatikan. Denn Spanisch und Englisch seien schließlich in der katholischen Kirche die meist verbreiteten Sprachen. Einfach wird es für den 56-Jährigen nicht sein, die Medienarbeit des Vatikan in das Zeitalter der Social Media zu führen. Aber Burke kennt sich mit den neuen Medien bestens aus. Schließlich hat er dem damaligen Papst Benedikt zum Beispiel das Twitter-Konto eingerichtet.

Medienreform im Vatikan

Burke wird sich auch mit der Medienreform beschäftigten, an der Papst Franziskus zurzeit arbeitet. Bis Ende 2016 soll Radio Vatikan mit dem katholischen Fernsehsender CTV fusioniert werden. Eine komplette Neuordnung der vatikanischen Medienlandschaft ist ab 2017 geplant. Die Medien und die Pressearbeit des Vatikan werden 2018 zu einem neuen Sekretariat für Kommunikation zusammengelegt.

Mit Burkes Amtsantritt am 1. August geht die Ära von Pater Lombardi zu Ende. Sein Rücktritt wurde auf den Tag genau an seinem zehnten Jubiläum als Papst-Sprecher bekannt. Der Italiener, der im August 74 Jahre alt wird, begleitete Benedikt durch sein ganzes Pontifikat bis zum überraschenden Rücktritt des deutschen Papstes. Lombardi hatte auch beim Pontifikatswechsel 2013 den Posten behalten. Er war Jesuiten-Provinzial, wurde 1990 erst Programmchef von Radio Vatikan, dann Generaldirektor. Ab dem 1. August wird er sich endlich die verdiente Pension gönnen. (APA, 12.7.2016)

  • Greg Burke (re.) löst Federico Lombardi als Pressesprecher von Papst Franziskus ab.
    foto: ap / gregorio borgia

    Greg Burke (re.) löst Federico Lombardi als Pressesprecher von Papst Franziskus ab.

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