Prozess in Deutschland: Mutter soll acht Babys getötet haben

12. Juli 2016, 09:39
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Frau legte Geständnis ab, auch Vater vor Gericht – Staatsanwaltschaft: Eltern wollten ohne Einschränkungen leben

Coburg – Vor dem Landgericht Coburg hat am Dienstag der Prozess um acht tote Babys begonnen. Eine 45 Jahre alte Frau aus der oberfränkischen Kleinstadt Wallenfels ist wegen vierfachen Mordes angeklagt, ihr 55 Jahre alter Ehemann wegen Beihilfe. Die Frau zeigte sich geständig.

Sie habe die acht Neugeborenen in Handtücher gewickelt und versteckt, egal ob sie Lebenszeichen gezeigt hätten oder nicht, sagte der Verteidiger der Angeklagten am Dienstag. Sie wisse nicht mehr genau, wie viele Säuglinge unmittelbar nach der Geburt lebten, es seien zwei, drei oder vier gewesen. Um den Kopf der Neugeborenen habe sie die Handtücher immer etwas enger gewickelt. Die Schwangerschaften habe die Frau jedes Mal so verdrängt, dass sie von den Geburten überrascht gewesen sei – auch weil ihr Mann keine Kinder mehr habe bekommen wollen. Dieser wollte zu den konkreten Vorwürfen nichts sagen und machte nur Angaben zu seiner Person.

Fünf Verhandlungstermine

Die acht Babyleichen waren Mitte November im Haus der Familie entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter vor, vier von ihnen vorsätzlich getötet zu haben. Dem Vater legt sie zur Last, ihr dabei geholfen zu haben. Demnach wollten die Angeklagten ohne Einschränkung durch weitere Kinder leben. Die beiden, die sich wenige Wochen vor dem Leichenfund getrennt hatten, haben noch drei gemeinsame lebende Kinder und jeweils zwei weitere aus erster Ehe.

Bei vier Leichen konnte der Staatsanwaltschaft zufolge nicht geklärt werden, ob die Babys nach der Geburt gelebt hatten und auch lebensfähig waren. Daher sind diese nicht Teil der Anklage. "Es wird ein außergewöhnlicher Prozess, wegen der vielen toten Kinder", hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft vor Monaten gesagt.

Die sterblichen Überreste waren in Plastiksackerl und Handtücher gewickelt in einem Abstellraum versteckt worden. Wenig später wurde die Mutter gefasst, die sich mit ihrem neuen Lebensgefährten in der nahe gelegenen Kleinstadt Kronach in einer Pension aufgehalten hatte. Für den Prozess sind fünf Verhandlungstermine vorgesehen, alle im Juli. (APA, AFP, 12.7.2016)

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