Aktionärsschützer raten von Börsenfusion Frankfurt/London ab

12. Juli 2016, 08:45
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Nach Senkung der Zustimmungsquote

Düsseldorf/Frankfurt/London – Aktionärsschützer raten den Anteilseignern der Deutschen Börse von der geplanten Fusion mit der Londoner Börse ab. "Ich rate Aktionären, das Angebot jetzt erst recht nicht mehr anzunehmen", sagte der Vizechef der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Klaus Nieding, dem "Handelsblatt" vom Dienstag.

Die Deutsche Börse hatte am Montag die Zustimmungsquote für ihr Umtauschangebot gesenkt, um den Zusammenschluss mit der London Stock Exchange (LSE) zu retten.

Laut "Handelsblatt" tauschten bisher nur rund 35 Prozent der Aktionäre ihre Anteilsscheine in Papiere der neuen Holding. Die Mindestannahmeschwelle liegt nach der Änderung bei 60 Prozent, ursprünglich waren es 75 Prozent. "Offenbar ist die Fusion doch nicht so gottgewollt, wie Herr Kengeter gesagt hat", sagte Nieding mit Blick auf Börsenchef Carsten Kengeter, der die Fusion seinen Mitarbeitern gegenüber als "gottgewollt" bezeichnet hatte.

Die Fusion ist durch das Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union ins Straucheln geraten. Kritik gibt es vor allem daran, dass die neue Holding-Gesellschaft ihren Hauptsitz in London haben soll – eines Tages also womöglich außerhalb der EU. Die unzureichenden Planungen für den Brexit seien "das größte Versäumnis" bei der angestrebten Fusion, kritisierte Nieding. Er forderte Nachbesserungen beim Angebot und eine Lösung für die Standortfrage. (APA, 12.7.2016)

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