Boden lässt sich "gesundimpfen"

11. Juli 2016, 17:53
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Ein Feldversuch niederländischer Forscher zeigt, wie biologisch arme Flächen wieder artenreich werden können

Wageningen/Wien – Der Boden gehörte lange zu den Stiefkindern der Wissenschaft. Doch das hat sich in den letzten Jahren gründlich geändert, da immer offensichtlicher wird, wie entscheidend diese Ressource für das Überleben nicht nur der Menschheit ist.

Was aber kann man mit lange intensiv bewirtschafteten und biologisch verarmten Kulturflächen tun? Sind diese ausgelaugten Böden der Verwüstung preisgegeben? Wissenschafter um Jasper Wubs vom Niederländischen Institut für Ökologie (Wageningen) haben nun in einem buchstäblichen Feldversuch einige Experimente angestellt, deren Ergebnisse hoffen lassen.

Wubs und seine Kollegen hatten ein rund 160 Hektar großes Stück Land zur Verfügung, auf dem für etwa 60 Jahre Getreide angebaut worden war. Nachdem die Fläche in Versuchs- und Kontrollfelder abgeteilt wurde, entfernten die Forscher zunächst die oberste Bodenschicht. Auf diese Weise beseitigten sie auch die zurückliegende Flächennutzung, die mit dieser Schicht noch Jahre nachwirken kann.

Eine dünne Schicht Leben

Im zweiten Schritt wurde der Boden "geimpft", und zwar mit einer kaum einen Zentimeter dicken Auflage aus Pflanzensamen, Humus und Bodenorganismen. Wie die Forscher im Fachblatt "Nature Plants" berichten, hatte sich der auf diese Weise behandelte Boden bereits nach sechs Jahren entweder in artenreiches Gras- oder Heideland verwandelt, das auch die typischen Pflanzenarten und Organismen wie Bakterien, Milben, Springschwänze oder Fadenwürmer aufwies.

Das erfreuliche Resümee der Forscher: Renaturierung kaputter Böden ist relativ einfach möglich – und geht mit Impfungen weitaus schneller als gedacht. (tasch, 12.7.2016)

  • Ein ausgelaugtes Feld wird durch "Impfung" zum Heideboden.
    foto: jasper wubs

    Ein ausgelaugtes Feld wird durch "Impfung" zum Heideboden.

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