Wien: Unbekannter brachte ätzende Flüssigkeit auf Rettungswagen an

11. Juli 2016, 17:06
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Sanitäter verliert möglicherweise Finger – Keine Hinweise auf Täter und Motiv

Wien – Ein Mitarbeiter der Wiener Berufsrettung ist am 1. Juli durch eine ätzende Flüssigkeit an zwei Fingern verletzt worden. Die Substanz war in einem Plastikfläschchen, das ein Unbekannter auf die Scheibe des Rettungswagens gelegt hatte. Als der Sanitäter nach einem Einsatz das Behältnis entfernte, kam er mit der Flüssigkeit in Kontakt, so das Internetportal der Gratiszeitung "Heute" am Montag.

Ronald Packert von der Berufsrettung bestätigte den Bericht. Demnach waren insgesamt drei Sanitäter zuvor zu einem Einsatz in der Leopoldstadt gefahren. Während ihrer Abwesenheit wurde dann das Fläschchen auf der Windschutzscheibe angebracht. Als einer der Männer dieses in die Hand nahm, zerbrach es, und die Flüssigkeit rann über zwei Finger. Nachdem er aber zunächst keine Schmerzen oder anderer Beeinträchtigungen wahrnahm, ließ der Sanitäter den Vorfall auf sich beruhen.

Amputation möglich

Am nächsten Tag hatte der Sanitäter aber Schmerzen und ging in ein Krankenhaus. Dort wurde dann festgestellt, dass der Mann mit einer ätzenden Flüssigkeit in Kontakt gekommen war, welche die beiden Finger derart angegriffen hatte, dass es laut Packert auch nach einer Woche der Behandlung noch möglich ist, dass ein Fingerglied möglicherweise amputiert werden muss.

Am 3. Juli erfolgte dann eine Anzeige wegen des Vorfalls, erläuterte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Da der Sanitäter das Fläschchen umgehend in einem Mistkübel entsorgt hatte, weiß man nicht, um welche Flüssigkeit es sich gehandelt hat. Das Motiv hinter dieser Tat ist ebenfalls unklar. Packert sagte, dass es auch keinen Zusammenhang mit dem Rettungseinsatz gebe. Ebenso ist es unwahrscheinlich, dass das Opfer gezielt ausgesucht wurde, da sich bei derartigen Einsätzen jeweils mehrere Mitarbeiter im Fahrzeug befinden. (APA, 11.7.2016)

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