Destruction Unit: Brachial, monumental und sphärisch

11. Juli 2016, 16:44
posten

Wenn die US-Band spielt, hagelt es Gitarrengewitter. Das hierzulande wenig bekannte Kollektiv gastiert diese Woche in Österreich

Wien/Graz – Destruction Unit aus Arizona gehört seit 16 Jahren zu den interessantesten, aber hierzulande weniger bekannten Bands der harten Rockmusik. Nach acht Alben und diversen Besetzungswechseln kommt das Kollektiv jetzt für zwei Konzerte nach Österreich.

Gegründet wurde Destruction Unit von Ryan Rousseau, ursprünglich als synthielastiges Garagentrashpunktrio, zu dem noch Jay Reatard und Alicja Trout gehörten – die drei lebten damals in Memphis. 2004 erschien das Debütalbum Self-Destruction Of A Man, zwei Jahre später spielte diese Besetzung dann Death To The Old Flesh ein.

sacred bones records

Reatard verstarb 2010, das sollte nicht den einzigen Neubeginn für die Combo bedeuten. Es folgte der Umzug nach Phoenix sowie zwei weitere Platten, bis auf Deep Trip (2013) ein neuer musikalischer Orkan tobte: Ganz in der Tradition britischer Punkbands der 1970er-Jahre entdeckten Rousseau und seine Mitstreiter die psychedelischen Spacerocker Hawkwind für sich.

Kompromisslos

Die Folge war ohrenbetäubender Feedbacklärm. Bisweilen gleicht der Gesang dem von Cramps-Frontmann Lux Interior, eine neue Klangdimension, die dann auch auf dem aktuellen Album Negative Feedback Resistor zum Ausdruck kommt.

sacred bones records

Destruction Unit wird mit jeder Platte rauer, härter und kompromissloser: Für die frontalen Lärmattacken zeichnen derzeit neben Rousseau zwei weitere Gitarristen, Nick Nappa und Jesco Aurelius, Bruder Rusty am Bass und ein 19-jähriger, klassisch ausgebildeter Schlagzeuger, Andrew Flores, verantwortlich.

Alte Hardcorebands wie Discharge oder United Mutation lassen sich ebenso heraushören wie Motörhead, Ministry und die Postpunk-Psychedelic von Chrome und Loop. Der Song Animal Instinct sorgt für Assoziationen zur ausufernden Monumentalität des Wipers-Klassikers Youth of America. Zornige politische Texte tun ein Übriges, dass Destruction Unit keine leichte Kost ist, aber ein Inferno im Stil der inzwischen geistes- und klangverwandten Lightning Bolt zu entfesseln vermag. (Gerhard Dorfi, 11.7.2016)

13.: Graz, Postgarage, 20.00

14.: Wien, Arena, 20.00

  • Ein Trip ins Soundinferno: Destruction Unit musizieren in Graz und Wien.
    foto: arena wien

    Ein Trip ins Soundinferno: Destruction Unit musizieren in Graz und Wien.


Share if you care.