Studie: Höhere Lohn- und Arbeitskosten kurbeln Wachstum an

11. Juli 2016, 12:44
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Laut dem gewerkschaftsnahen IMK-Institut haben höhere Löhne und Gehälter für deutlich mehr Nachfrage im Inland gesorgt

Berlin – Steigende Lohn- und Arbeitskosten schieben nach Ansicht gewerkschaftsnaher Ökonomen die Konjunktur in Deutschland an. Denn vor allem dank höherer Löhne und Gehälter hätten die Konsumenten mit ihren Ausgaben für spürbar mehr Nachfrage im Inland gesorgt, teilte das Düsseldorfer IMK-Institut am Montag in einer Studie mit. "In Zeiten von Wachstumsschwäche in den Schwellenländern, von Brexit und nachwirkender Euroraum-Krise würden wir mit dem alten einseitig exportorientierten Wachstumsmodell Schiffbruch erleiden", sagte IMK-Direktor Gustav Horn.

Grund für das passable Wachstum der Wirtschaft in einem schwierigen internationalen Umfeld sei, dass sich Arbeit in der Privatwirtschaft in Deutschland in den vergangenen Jahren stärker verteuert habe als im EU-Durchschnitt.

Dienstleister verdienen weniger

In Deutschland stiegen die Arbeitskosten 2015 um rund 2,7 Prozent und damit stärker als in der Europäischen Union (EU) mit 2,2 Prozent und im Euro-Raum mit 1,6 Prozent. Die Bundesrepublik liegt so unverändert auf Platz acht der EU-Länder. Insgesamt mussten Arbeitgeber für eine Stunde 32,70 Euro aufwenden – in der Industrie mit 38,00 Euro allerdings spürbar mehr als bei den Dienstleistern mit 29,90 Euro. Die Arbeitskosten setzen sich zusammen aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten, zu denen Sozialbeiträge und Leistungen wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gehören. 11. Jul (Reuters, 11.7.2016)

  • Im Dienstleistungssektor sind die Löhne und Gehälter deutlich niedriger als etwa in der Produktion. Friseure verdienen beispielsweise verhältnismäßig wenig.
    foto: apa/barbara gindl

    Im Dienstleistungssektor sind die Löhne und Gehälter deutlich niedriger als etwa in der Produktion. Friseure verdienen beispielsweise verhältnismäßig wenig.

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