1.100 Flüchtlinge an serbisch-ungarischer Grenze gestrandet

11. Juli 2016, 12:03
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Ungarn lässt nur 30 Menschen täglich um Asyl ansuchen – NGOs kritisieren illegale "Pushbacks"

Belgrad – Die Anzahl der im serbisch-ungarischen Grenzgebiet gestrandeten Flüchtlinge nimmt weiter zu. Am Sonntagabend hielten sich an den Grenzübergängen Horgoš-Röszke und Kelebija-Tompa sowie im Aufnahmezentrum in Subotica etwa 1.100 Menschen auf, sagte die UNHCR-Sprecherin Mirjana Milenkovski am Montag dem TV-Sender RTS.

Die Zahl der wartenden Menschen ist in den vergangenen Wochen konstant gestiegen, weil die ungarischen Behörden an den "Transitzonen" in Röszke und Tompa täglich nur rund 30 Menschen um Asyl ansuchen lassen. Ganze Familien warten nach UNHCR-Angaben oft wochenlang auf eine Einreise nach Ungarn.

Vergangene Woche trat zudem ein Gesetz in Kraft, das es den ungarischen Behörden erlaubt, Flüchtlinge, die innerhalb von acht Kilometern nach der Grenze aufgegriffen werden, wieder in die Transitzonen zurückzubringen. Diese befinden sich laut ungarischer Definition bereits auf serbischem Gebiet, weshalb Menschenrechtsorganisationen von völkerrechtliche illegalen "Pushbacks" sprechen. (APA, 11.7.2016)

  • Menschen stellen sich in Horgoš bei der Essensausgabe an.
    foto: apa / afp / alexa stankovic

    Menschen stellen sich in Horgoš bei der Essensausgabe an.

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