Elektroauto-Absatz hat sich mehr als verdoppelt

11. Juli 2016, 10:53
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Fast 150 Prozent mehr Neuzulassungen als im ersten Halbjahr 2015: Der E-Auto-Absatz scheint Fahrt aufzunehmen

Wien – Im ersten Halbjahr 2016 wurden um 6,5 Prozent mehr Kfzs neu für den österreichischen Verkehr zugelassen als in der Vorjahresperiode. Bei den Elektroautos gab es einen Zuwachs um 146 Prozent. Ausgedrückt in absoluten Zahlen ist die Entwicklung weitaus weniger beeindruckend: Trotz der Steigerung wurden im ersten Halbjahr "nur" 2.008 Stück verkauft.

grafik: apa

Bei den Pkws stiegt die Zahl der Zulassungen um 6,3 Prozent auf 171.770 Stück. Mehr Neuzulassungen gab es sowohl bei den benzin- als auch bei dieselgetriebenen Pkws (+4,6 beziehungsweise +6,3 Prozent). Den größeren Anteil machen mit 57,8 Prozent die Dieselautos aus.

Der steuerbegünstigte Elektroautos erfreut sich immer größerer Beliebtheit. 1.721 juristische Personen (+182,6 Prozent) und 287 Privatpersonen (+40 Prozent) nutzten die Alternative zu kraftstoffgetriebenen Pkws.

Auf und Ab bei Marken

Die Top Ten der Pkw-Marken in Österreich zeigen im ersten Halbjahr 2016 unterschiedliche Entwicklungen. Die größten Zuwächse verzeichneten BMW (+25,8 Prozent) und Renault (+18,5 Prozent), während Hyundai Verluste hinnehmen musste (-17,1 Prozent). Im Vergleich zur Vorjahresperiode entwickelte sich unter den Top-Ten-Automodellen der Seat Ibiza (+28,3 Prozent), der VW Tiguan (+23,3 Prozent) und der Opel Astra (+21,8 Prozent) am Besten. Die größten Rückgänge verzeichneten der Skoda Fabia (-23,8 Prozent) und der Renault Megane (-12,9 Prozent).

Verhaltenes Interesse an deutscher E-Auto-Kaufprämie

Was die Entwicklung bei E-Autos angeht, ist von einem richtigen Boom indes auch in Deutschland wenig zu spüren. Das dortige Interesse an der kürzlich eingeführten Kaufprämie für Elektroautos bleibt verhalten. Seit dem Start des Verfahrens zu Monatsbeginn sind beim zuständigen Bundesamt 718 entsprechende Anträge eingegangen, wie die Behörde am Montag mitteilte.

Die Antragszahl entspreche den Erwartungen, ein 'Elektromobilitätschaos' werde es nicht geben. Bei der Einführung der Abwrackprämie für Altautos im Jahr 2009 war die Behörde von einer Antragsflut überrollt worden. Damals waren innerhalb weniger Tage 150.000 Anträge eingegangen.

Für reine Elektrofahrzeuge mit Batterie gibt es 4.000 Euro "Umweltbonus", wie die Prämien heißen – davon je 2.000 Euro vom Bund und 2.000 Euro vom Hersteller. Bei Hybridautos, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, sind es 3.000 Euro (1.500 Euro Staat/1.500 Euro Hersteller). (APA, 11.7.2016)

  • Oft wird kritisiert, dass es Österreich noch immer an einer mangelnden Infrastruktur zum Aufladen von Elektroautos krankt. Die Zahl der Neuzulassungen hat zuletzt jedoch deutlich zugenommen.
    foto: apa/dpa-zentralbild/jan woitas

    Oft wird kritisiert, dass es Österreich noch immer an einer mangelnden Infrastruktur zum Aufladen von Elektroautos krankt. Die Zahl der Neuzulassungen hat zuletzt jedoch deutlich zugenommen.

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