Mehr als hunderttausend bei CSD-Parade in München

11. Juli 2016, 10:15
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Erstmals CSU-Gruppe dabei

München – Mehr als 100.000 Menschen sind bei einem bunten Straßenumzug in München für die Rechte von Homosexuellen eingetreten. Zum ersten Mal hat sich eine Gruppe der CSU an der CSD-Parade beteiligt. Bei der Münchner Parade zum Christopher Street Day (CSD) haben am Samstag zehntausende Menschen die Vielfalt des Lebens gefeiert.

Hinter der ausgelassenen Party stand die Forderung für Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Trans-Menschen.

"Ehe für alle" als konservative Haltung

Das Lesbisch-Schwule Netzwerk in der regierenden Christlich-Sozialen Union (CSU) zog mit einem Wagen durch die Straßen Münchens. Das Netzwerk ist in der Partei bisher nicht anerkannt. Mit der Aktion hofft Initiator Patrick Slapal, seine ParteikollegInnen zum Umdenken in Sachen Gleichstellung zu bringen: "Die Partei muss sich bewegen, es ist an der Zeit." Gerade die Forderung "Ehe für alle" sei eine zutiefst konservative Haltung.

Seit 1980 zeigen auch in München Menschen beim CSD Flagge für die Gleichberechtigung. Der überschaubare Demonstrationszug der Anfangsjahre hat sich mit der Zeit zu einer Großveranstaltung entwickelt. Diesmal zogen nach Polizei-Angaben 86 Gruppen durch die Innenstadt – ein Rekord. Mehr als 100.000 ZuschauerInnen verfolgten der Polizei zufolge bei sommerlichen Temperaturen die bunte Parade unter dem Motto "Vielfalt verdient Respekt. Grenzenlos!".

Gedenken an Orlando und Stonewall

Die VeranstalterInnen widmeten den diesjährigen Münchner CSD den Opfern des Attentats von Orlando. Bei dem Massaker in einem Homosexuellen-Club am 12. Juni starben 49 Menschen, 53 wurden verletzt.

Der Christopher Street Day erinnert an Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York. Nach einer Polizeirazzia in der Bar "Stonewall Inn" kam es zum Aufstand von Schwulen, Lesben und Transpersonen mit Straßenschlachten in der Christopher Street.

In Deutschland wird jährlich an verschiedenen Terminen im Sommer mit Straßenfesten und Demonstrationen an die Ereignisse in New York erinnert. Die größten CSD-Paraden in Deutschland gibt es in Köln, wo die TeilnehmerInnen vor einer Woche auf die Straße gegangen waren, sowie in Berlin, wo am 23. Juli demonstriert wird. (APA, 11.7.2016)

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    foto: apa/dpa/tobias hase
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