Das Finale der EURO 2016 in Postings nacherzählt

11. Juli 2016, 12:41
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Die Leiden des nicht mehr ganz so jungen Ronaldo und der glorreiche Triumph seiner Portugiesen gegen Gastgeber Frankreich – wie die Tickeranten das Spiel sahen

Große Finalspiele im Fußball sind manchmal ein bisschen wie Silvester. Sie sind etwas Besonderes, weil sie nicht so oft vorkommen, und man hegt dadurch mitunter große Erwartungen an die Partie, es soll quasi ein Feuerwerk geben. So freuen sich Fußballfans und Eventfans – zwei sehr unterschiedliche Gattungen der Spezies Fan – durchaus gleichermaßen intensiv auf das Endspiel. Wichtig ist dabei, dass besagtes Finale nicht durch äußere Einflüsse schon früh zerstört wird. Man denkt an überharte rote Karten zu Beginn des Spiels oder eine schnelle 3:0-Führung, die den Rest des Spiels belanglos erscheinen lassen, weil eh schon alles klar ist. In diese Kategorie fällt auch, wenn der große Zampano eines Teams verletzungsbedingt vom Feld muss. Auftritt Ronaldo. Oder besser: Abtritt Ronaldo.

Die Bilder sind bekannt: der auf dem Boden liegende Ronaldo mit Tränen in den Augen, rund um ihn seine portugiesischen Jünger geschart. Der endgültige Abtransport nach zwei erfolglosen Reparaturversuchen am Knie versetzte das gesamte Spiel in eine Schockstarre und ließ Fans bewegt zurück:

Viel sprach danach nicht mehr für Portugal. Man übte sich in Zweckoptimismus und Durchhalteparolen. Wie zu dem Zeitpunkt wohl die Wettquote auf Portugal war?

Es hätte der große Abend für einen ORF-Analysten werden können. Schließlich gab es viel zu beobachten im Stade de France:

Die Anforderung an Portugal war klar, wer Ronaldo ersetzt, tritt in große Fußstapfen. 44er-Schlapfen ungefähr, wenn man sich CR7 ansieht:

Zu diesem Zeitpunkt war auf dem Rasen die Luft raus, nicht nur bei Portugal – auch die Franzosen wirkten beeindruckt von den Vorkommnissen, sollten aber anschließend das Heft in die Hand nehmen. Es war das eingetreten, was man vor dem Spiel nicht gewollt hatte: ein früher äußerer Einfluss, der das Spiel in eine Richtung drängt. Bleibt nur eines:

Zeitsprung: Wir schreiben Minute 90

User "StefanS" schläft vermutlich schon tief und fest, und auch andere haben sich Alternativbeschäftigungen gesucht, kommen aber pünktlich zum Abpfiff wieder:

Moment, Abpfiff? Oh, konträr! Die Partie verlief torlos. Bis in der zweiten Minute der Nachspielzeit der Franzose Gignac die große Möglichkeit hatte, quasi in französischer Vertretung von Ronaldo als "Decider", für Frankreich die Sache klarzumachen. Traf aber nur die Stange:

Logische Folge des torlosen Remis: Verlängerung. Aber was war eigentlich mit dem Zampano, der den Portugiesen ausfiel und seit der Auswechselung nicht mehr gesehen worden war? This:

Er kam wieder und motivierte die Kollegen zu ungeahnten Kräften. Es warteten 30 weitere intensive Minuten auf die Fußballfreunde. So mancher User vergaß das große Ganze und fokussierte sich zu sehr auf Nebensächlichkeiten. Nebensächlichkeiten wie den Fußball:

Während der junge Skywalker Ronaldo von der Seitenoutlinie neben Imperator Trainer Santos den Job seines Coaches zeitweise übernahm, fand sich in unserem Ticker offenbar auch Meister Yoda ein User ein, um die Prophezeiung auszusprechen:

Es kam, wie es kommen musste. Wir präsentieren Ihnen die gesamte Bandbreite der Gefühlswelt, die sich zum Großereignis der Verlängerung, zum ruhmreichen 1:0 für Portugal, im Ticker finden ließ:

Der Fußballgott meinte es an diesem Abend nicht gut mit der Grande Nation, die Häme im Ticker war gewiss:

Schluss, Aus, Ende

Das Spiel ist vorbei. Portugal ist Europameister. Ronaldo freut sich, seine Kollegen auch. Frankreich weint und muss sich bis zum nächsten Großereignis gedulden. Vielversprechende Talente haben sie in ihren Reihen. Doch wie konnte ein Team wie Portugal mit nur einem Sieg nach 90 Minuten in diesem Turnier die Trophäe holen? User "Toasts" weiß es:

Man sieht sich in Russland. (mahr, 11.7.2016)

  • Oje.
    foto: reuters/recine

    Oje.

  • Juhu.
    foto: afp/fife

    Juhu.

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