Erneut Schwarzer durch Polizeischüsse in Houston getötet

11. Juli 2016, 10:48
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Reuters-Foto von Protesten in Baton Rouge geht um die Welt

Houston – Nach dem Tod zweier Schwarzer durch Polizeigewalt sorgt ein weiterer Vorfall in den USA für Aufsehen. In Houston im Bundesstaat Texas haben Polizisten am Samstag den Afroamerikaner Alva Braziel niedergeschossen, der später seinen Verletzungen erlag.

Laut Medienangaben erklärte die Polizei, dass Braziel bewaffnet gewesen sei und sich geweigert habe, die Waffe fallenzulassen. Stattdessen habe er sie auf die Beamten gerichtet. Nutzer der sozialen Netzwerke zogen die Angaben der Polizei am Sonntag in Zweifel und forderten weitere Untersuchungen.

Angst vor Spaltung

Nach dem Tod zweier Schwarzer in den Bundesstaaten Minnesota und Louisiana und dem Mord an fünf Polizisten in Dallas ist die Stimmung in den USA aufgeheizt, die Sorge vor einer Eskalation wächst. In zahlreichen Städten demonstrieren Menschen seit Tagen meist friedlich gegen Polizeigewalt gegen Schwarze. In einigen Städten kam es jedoch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei – darunter in St. Paul, wo ein Polizist am Mittwoch den Schwarzen Philando Castile in dessen Auto erschossen hatte, sowie in Baton Rouge, wo der CD-Verkäufer Alton Sterlin am Dienstag durch Polizeischüsse getötet worden war.

Die Polizei nahm zahlreiche Demonstranten fest, darunter eine Frau, die sich an den Protesten in Baton Rouge beteiligte. Das Foto wurde von Fotograf Jonathan Bachman für die Nachrichtenagentur Reuters aufgenommen und tausendfach in den sozialen Medien geteilt. Es zeigt die Frau, wie sie mitten auf der Straße steht, während sich Polizisten in Schutzmontur auf sie zu bewegen.

foto: reuters / jonathan bachman

Zu den prominentesten Personen, die das Foto teilten, gehört US-Journalist Shaun King, Redakteur bei der "New York Daily News". Auf Twitter, wo er rund 280.000 Follower hat, teilte er mit, die Frau sei inzwischen wieder aus der Haft entlassen worden.

Zu den Festgenommenen in Baton Rouge zählte auch der bekannte Aktivist DeRay McKesson von der Bewegung Black Lives Matter. Polizisten nahmen McKesson fest, während er die Demonstration filmte und das Verhalten der Polizei kommentierte. Unklar war zunächst der Grund für seine Festnahme. Später wurde ihm die Blockierung einer Autobahn zur Last gelegt, am Sonntag kam er gegen eine Kaution von 500 Dollar (450 Euro) frei. (APA, red, 11.7.2016)

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