Venezuela öffnet Grenze zu Kolumbien

10. Juli 2016, 19:50
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Massenandrang an Grenzübergang wegen Versorgungskrise

Caracas – Das wirtschaftlich gebeutelte Venezuela hat erstmals in elf Monaten kurzfristig die Grenze zu Kolumbien für Lebensmitteleinkäufe geöffnet. Über 25.000 Venezolaner reisten am Sonntag in die kolumbianische Stadt Cucuta, um Lebensmittel und Medikamente einzukaufen, die in ihrem Land nicht zu erhalten sind, berichtete die Zeitung "El Tiempo".

"Wir dachten nicht, dass mehr als 10.000 Menschen über die Grenzbrücken kommen würden", erklärte William Villamizar, der Gouverneur des kolumbianischen Departements Norte de Santander, dessen Hauptstadt Cucuta ist. Der Andrang zeige, dass die Grenze dringend ständig geöffnet werden müsse, sagte Villamizar. Auf Twitter schätzte der Gouverneur, dass 25.000 Venezolaner in Cucuta angekommen waren.

Am Donnerstag hatten rund 500 Frauen den Übergang von Tachira nach Cucuta durchbrochen, um Lebensmittel einzukaufen. Der Gouverneur des venezolanischen Grenzbundesstaates Tachira, Jose Gregorio Velma Mora, erklärte, die Regierung habe die 12-stündige Öffnung erlaubt, um einem weiteren illegalen Durchbruch, den die Opposition organisieren wollte, vorzubeugen.

Die Regierung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro hatte im August 2015 die Grenzübergänge nach Kolumbien gesperrt, um den Warenschmuggel und das Eindringen von kolumbianischen Paramilitärs zu stoppen.

Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Eine galoppierende Inflation macht die Ersparnisse der Bürger zunichte, in den Supermärkten mangelt es an Lebensmitteln. Wegen fehlender Devisen können viele Unternehmen dringend benötigte Rohstoffe nicht mehr einführen. (APA, dpa, 10.7.12016)

  • Großeinkauf: Venezolanerinnen am Grenzübergang Cucuta
    foto: apa/afp/schneyder mendoza

    Großeinkauf: Venezolanerinnen am Grenzübergang Cucuta

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