G20 wollen Protektionismus bekämpfen

10. Juli 2016, 16:32
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Die Handelsminister wollen die Liberalisierung vorantreiben, wissen aber nicht genau, wie

Die Aussichten für die Weltkonjunktur und für die Entwicklung im Handel haben sich weiter eingetrübt. Die Angst vor einer globalen Rezession sei weitverbreitet, die Erholung kraftlos. Dieser ernüchternde Befund von Chinas Handelsminister Gao Hucheng überschattete eine zweitägige Sitzung der Handelsminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) am Wochenende in Schanghai. Das Treffen ist die Vorbereitung für den Gipfel der G20-Regierungschefs im September in Hangzhou. Erstmals wird er von China veranstaltet.

Gaos Worte waren als Anstoß gedacht, nach neuen Initiativen zu suchen, um die Weltwirtschaft anzukurbeln, das beherrschende Thema für den großen G20-Gipfel. Der Handel trage zu wenig bei, hatte in Schanghai schon WTO-Generalsekretär Roberto Azevedo gewarnt. Die Welthandelsorganisation rechnet für 2016 mit 2,8 Prozent Wachstum im internationalen Handel. Es ist das fünfte Jahr in Folge, in dem der Welthandel unter drei Prozent Zuwachs bleibt. Zwischen 1990 und 2008 wuchs er noch mit durchschnittlich über sieben Prozent.

Die Handelsbelebung soll einer der neuen Schwerpunkte auf dem G20-Gipfel werden. Die Handelsminister wollen dazu eine Sieben-Punkte-Strategie umsetzen. So sollen die Handelsbarrieren abgebaut und Protektionismus eingedämmt werden. Die G20-Minister blieben aber die Antwort schuldig, wie sie das machen wollen. Bei vielen Streitthemen erscheint eine Kooperation, schwierig, etwa den Überkapazitäten in der Stahlproduktion. Die Handelsminister einigten sich, die Überkapazitäten als "globales Problem" anzusehen, das "gemeinsame Antworten nötig macht". Dazu soll ein gemeinsames Forum eingerichtet werden. Doch der Hauptproduzent von Stahl ist die Volksrepublik China, auf sie entfallen 50 Prozent der globalen Stahlproduktion. China tut sich mit seiner versprochenen Produktionskürzung im Umfang von 150 Millionen Tonnen sehr schwer, obwohl damit seine Überschussmengen nicht einmal halbiert wären. (Johnny Erling aus Peking, 10.7.2016)

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