EM-Halbmarathon: Platz 20 für Ketema

10. Juli 2016, 12:52
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Mayr bei Frauen 30. – Siege an Moreira und Abraham

Amsterdam – Manchmal ist auch die Hälfte gut genug. Im Vorfeld der Olympischen Spiele entschied sich der Leichtathletik-Europaverband für einen Halbmarathon im EM-Programm. Viele Rio-Teilnehmer über die volle Distanz nützten den Lauf in Amsterdam zur Vorbereitung, die Siege gingen an die Portugiesin Sara Moreira und den Schweizer Tadesse Abraham. Für Österreich wurden Lemawork Ketema 20. und Andrea Mayr 30.

Moreira siegte in 1:10:19 Stunden vor der Italienerin Veronica Inglese (1:10:35) und ihrer Landsfrau Jessica Augusto (1:10:55), Abraham in 1:02:03 vor dem Türken Kigen Özbilen (1:02:27) und dem Italiener Daniele Meucci (1:02:38). Die Mannschaftstitel holten sich die Schweizer Männer und Portugals Frauen. Ketema kam beim Lauf durch die Grachtenstadt auf 1:05:10, Edwin Kemboi als 58. auf 1:07:51 und Valentin Pfeil als 71. auf 1:09:34. Mayr schrieb mit 1:13:49 an, Anita Baierl als 66. mit 1:17:48.

Ketema wollte sich mit einem starken Lauf auch noch einmal für die Olympianominierung im Marathon empfehlen, die internationale Norm hat er wie seine beiden Teamkollegen erbracht, die vom Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) geforderte Zeit nicht. "Schauen wir mal, ich hoffe drauf. Das ist mein Ziel", sagte der ehemalige Asylwerber, der sein erstes Antreten für Österreich bei einer internationalen Meisterschaft genoss. "Das ist toll, ich freue mich sehr."

Cross-Country statt Marathon

Mit Rennen und Platzierung war er zufrieden. "Am Anfang war es zu schnell, da bin ich mitgegangen. Dann waren viele Kurven, das hat es schwierig gemacht, sich in der Gruppe zu halten. Und für die Zeit ist das auch nicht gut", erzählte der gebürtige Äthiopier, der zweimal den "Wings for Life Run" gewonnen und im Dezember die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen hatte.

Nach überstandener Erkältung war für Kemboi nicht mehr drinnen, das Rennen ging für ihn deshalb okay. "Viel Auf und Ab und viele scharfen Kurven", blieb auch ihm in Erinnerung. Pfeil war nach seinem Rennen schwer enttäuscht. "Das tut weh, bei so einem wichtigen Rennen so eine Bombe zu bringen. Ich kann nicht sagen, was schuld warf. Es war sehr anspruchsvoll, eher City-Cross als Stadtmarathon."

Die Olympianominierung durch das ÖOC als einzige der Marathonläufer und -läuferinnen hat bisher die voll berufstätige Medizinerin Mayr erhalten. "Die Strecke hat es schon in sich, auf und ab, über jede Brücke drüber. Die sind es alle ziemlich schnell angegangen, ich habe mich ein bisserl mitreißen lassen. Aber manchmal muss man es auch probieren, da hast auch nicht die Chance, weil die ganze Gruppe das probiert", schilderte Mayr. (APA, 10.7.2016)

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