Froome mit Parforceritt ins Gelbe Trikot

Video9. Juli 2016, 17:36
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Der Titelverteidiger setzte bei harter Pyrenäen-Etappe über den Tourmalet auf letzter Abfahrt von der Konkurrenz ab und übernimmt die Führung

Bagnères-de-Luchon – Vorjahressieger Chris Froome hat bei der Tour de France die schwere Pyrenäen-Etappe von Pau über den Tourmalet gewonnen und das Gelbe Trikot übergestreift.

Nach einer Attacke auf der letzten Abfahrt lag der Brite vom Team Sky im Ziel nach 184 km in Bagnères-de-Luchon 13 Sekunden vor dem Iren Daniel Martin (Etixx-Quick Step). Herausforderer Nairo Quintana (Kolumbien/Movistar) kam zeitgleich mit Martin ins Ziel.

Froome löste den diesmal weit abgeschlagenen Belgier Greg van Avermaet als Spitzenreiter ab und sorgte für den bereits fünften britischen Etappensieg bei der 103. Frankreich-Rundfahrt. Für den gebürtigen Kenianer war es der insgesamt sechste Tageserfolg. Van Avermaet, der nach seinem Solosieg am Mittwoch noch über fünf Minuten voran gelegen war, kam mit mehr als 15 Minuten Rückstand ins Ziel.

Als bester Österreicher klassierte sich auf dem achten Teilstück Georg Preidler. Der Profi vom Giant-Team landete mit 13:25 Minuten Rückstand an der 47. Stelle, Patrick Konrad wurde 79.

Vor dem Ruhetag am Montag steht zunächst am Sonntag die wohl schwerste Etappe der 103. Frankreich-Rundfahrt auf dem Programm. Auf 184,5 km, die komplett durch Spanien und Andorra verlaufen, stehen fünf Bergwertungen an. Das Ziel liegt auf 2240 m Höhe in Andorra-Arcalis.

le tour de france
Unglaublich: Abfahrt à la Froome auf der 8. Etappe.

"Das ist kein Traum! Ich kann es kaum glauben, dass es so mit dem Etappensieg geklappt hat", sagte Froome, dem eine taktische und fahrerische Meisterleistung gelungen war. Geplant war diese offenbar nicht. Nachdem es an den Anstiegen nicht mit einer Attacke geklappt hatte, habe er sich gesagt: Einen Versuch ist es wert, meinte Froome.

Nachdem sich der Brite und sein kolumbianischer Herausforderer bei Temperaturen um 35 Grad auf allen vier Pässen weitgehend neutralisiert hatten, trat Froome kurz nach der Kuppe des Col de Peyresourde 15 km vor dem Ziel an – just als sich Quintana einen Schluck aus seiner Trinkflasche gönnte.

In abenteuerlicher Haltung – Froome hockte weit vorne auf dem Oberrohr seines Rades, pedalierte aber dennoch weiter – schoss er mit teilweise fast 100 Stundenkilometern waghalsig gen Ziel. Den Verfolgern gelang nur noch Schadensbegrenzung. In der Gesamtwertung führt Froome nun 16 Sekunden vor seinem Landsmann Adam Yates und dem Spanier Joaquim Rodriguezund. Quintana hat als Sechster 23 Sekunden Rückstand.

Auf dem Gipfel des Tourmalet hatten noch Thibaut Pinot (Frankreich) sowie Rafal Majka (Polen) das Führungsduo gebildet. Die Bergwertung und damit den nach dem langjährigen Tour-Direktor benannten Bergpreis "Souvenir Jacques Goddet" sicherte sich Pinot nach einem Anstieg über 1400 Höhenmete vor Majka, der dort 2015 vorne gelegen war. Auf dem Weg zum Col de Val Louron-Azet, dem zweiten Berg des Tages, wurden die beiden dann wieder gestellt. (sid, apa, red, 9.7. 2016)

ERGEBNISSE der 103. Tour de France vom Samstag:

8. Etappe (Pau – Bagnères-de-Luchon/184 km): 1. Christopher Froome (GBR) Sky 04:57:33 Stunden – 2. Daniel Martin (IRL) Etixx +0:13 Minuten – 3. Joaquin Rodriguez (ESP) Katjuscha – 4. Romain Bardet (FRA) AG2R – 5. Roman Kreuziger (CZE) Tinkoff – 6. Fabio Aru (ITA) Astana – 7. Adam Yates (GBR) Orica – 8. Alejandro Valverde (ESP) Movistar – 9. Bauke Mollema (NED) Trek – 10. Richie Porte (AUS) BMC alle gleiche Zeit.

Weiter: 47. Georg Preidler (AUT) Giant 13:25 79. Patrick Konrad (AUT) Bora 25:54 – 98. Marco Haller (AUT) Katjuscha +34:43 – 197. Bernhard Eisel (AUT) Sky 39:24

Gesamtwertung: 1. Froome 39:13:04 – 2. Yates +0:16 Minuten – 3. Rodriguez gleiche Zeit – 4. Martin 0:17 – 5. Valverde 0:19 – 6. Nairo Quintana (COL) Movistar 0:23 – 7. Aru – 8. Tejay van Garderen (USA) BMC – 9. Bardet – 10. Mollema gleiche Zeit.

Weiter: 42. Preidler 27:24 – 52. Konrad 32:58 – 189. Haller 1:28:41 Stunden – 194. Eisel 1:33:50

  • Christopher Froome hätte die Konkurrenz auf der achten Etappe im Rückspiegel betrachten können, hätte er einen solchen dabei gehabt.

    Christopher Froome hätte die Konkurrenz auf der achten Etappe im Rückspiegel betrachten können, hätte er einen solchen dabei gehabt.

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