Smartphones: Was Nutzer tun können, damit der Akku länger hält

10. Juli 2016, 09:36
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Die Seite "The Wirecutter" fand in langwierigen Tests heraus, was wirklich mehr Akkuleistung bringt

Ein Smartphone ohne Saft: Es gibt wohl nur wenig, was Mobiltelefonen passieren kann, um Nutzer derart verzweifeln zu lassen. Denn mittlerweile hängt bei einigen Usern sehr viel von Smartphones ab: Etwa die Orientierung via Kartenservices, die Unterhaltung, sowie natürlich die Kommunikation mit anderen. Doch auf im Bereich der Akkutechnologie kam es in den vergangenen Jahren zu keinen großen Revolutionen, was marktreife Lösungen betrifft. Gleichzeitig nutzen Menschen immer mehr Apps, die gleichzeitig immer mehr Leistung benötigen – was die Akkulaufzeit enorm einschränkt.

Helligkeit reduzieren und andere Tipps

Die New York Times hat gemeinsam mit der Webseite "TheWirecutter" vor einiger Zeit untersucht, was Smartphones tatsächlich länger "leben" lässt – und dabei einige der populärsten Mythen über Akkus entzaubert. Wer sein Smartphone ohne erneutes Aufladen lange nutzen will, soll Folgendes beachten:

  • Wenn möglich, sollte die Helligkeit des Displays reduziert werden. Sinnvoll ist etwa ein Modus, der die Helligkeit automatisch regelt – z.B. am iPhone. So können einige Stunden Akkulaufzeit gespart werden.
  • Beim Browsen saugen vor allem Werbeanzeigen den Akku leer. Ein Ad-Blocker reduzierte den Akkuverbrauch bei zweistündigem Surfen bei iPhones von 18 Prozent auf neun Prozent, bei Android-Geräten von 22 Prozent auf acht Prozent. Für das volle Nutzungserlebnis auf derStandard.at ist dann der Abschluss eines Fair-Use-Abos nötig.
  • E-Mails nicht automatisch laden: In vielen Situationen reicht es völlig aus, wenn die E-Mail-App alle dreißig Minuten statt fortwährend aktualisiert. Das gilt auch für Push-Mitteilungen von Apps, da diese Anwendungen dann konstant den Server der App ansteuern. Auch Apps, die ständig Ortungsdienste verwenden, sollten abgedreht werden.
  • Musik downloaden statt streamen: "Das ist wahrscheinlich ein Tipp, der nur auf wenig Zustimmung stößt", schreibt die New York Times. Damit mag sie recht behalten. Doch viele Streaming-Dienste wie Spotify und Apple Music lassen Nutzer eine bestimmte Anzahl an Songs herunterladen. Wer vorher weiß, was er hören will, kann so Akkuleistung sparen.
  • Kein WLAN? WLAN-Empfang abdrehen – denn sonst sucht das Smartphone permanent nach einer besseren Verbindung. Das sorgt auch wieder für Akku-Absaugen.

Viele Mythen kursieren

Gleichzeitig gibt es eine ganze Reihe an populären Tipps, die de facto gar nichts nützen. Auch diese wurden von der New York Times zusammengefasst:

  • Es hilft meistens nicht, Apps zu schließen, die man nicht benutzt. Denn die Architektur des Smartphone-Systems sorgt dafür, dass die Anwendungen oft wenig bis gar nichts machen. Wer die Apps schließt und sie später öffnet, verbraucht möglicherweise mehr Energie, da dann die gesamte Anwendung neu geladen werden muss.
  • Man muss WLAN auch nicht aus Prinzip abdrehen: Hat das Smartphone ein starkes WLAN-Signal gefunden, spart das durchaus mehr Energie als die Verbindung zu mobilen Netzen.
  • Wieder eine Einschränkung zu den oben genannten Tipps: GPS abzudrehen bringt zwar mehr Akkulaufzeit – allerdings nicht dramatisch viel. Es ist sinnvoller, nachzusehen, ob bestimmte Apps einen orten, ohne dass dies dem Nutzer etwas bringt – das sollte man dann in den Einstellungen verhindern.
  • Die Spracheingabe zu deaktivieren bringt auch keine nennenswerte Akku-Ersparnisse. Laut Wirecutter war der Unterschied zwischen aktiviertem Siri oder Google Now und einem Abstellen der Anwendungen "vernachlässigbar".
  • Komplett auf Drittanbieter zu verzichten, was USB-Aufladekabel betrifft: Das ist zu einem gewissen Prozentsatz reines Marketing der Hersteller. Nachladekabel von vertrauenswürdigen Unternehmen laden meist genauso gut wie offizielle Produkte.

Zusatzbatterie

Wer trotz all dieser Tipps noch Probleme hat, sein Smartphone am Leben zu halten, sollte wohl auf externe Batterien zurückgreifen. Damit können Geräte auch unterwegs geladen werden. Während die Revolution bei Batterien selbst noch aussteht, sieht es immerhin so aus, als ob in Punkto Auflade-Dauer Fortschritte erzielt werden können. Start-Ups versprechen, Smartphones bald schon binnen weniger Minuten komplett aufzuladen. Außerdem kann durch drahtloses Laden, das von den neusten Modellen unterstützt wird, eine komfortablere Nutzung erzeugt werden. (fsc, 10.7.2016)

  • Smartphones und ihr Akku: Für viele Nutzer ein konstantes Ärgernis
    foto: reuters/ho

    Smartphones und ihr Akku: Für viele Nutzer ein konstantes Ärgernis

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