Das gefladerte Húh

Kolumne8. Juli 2016, 18:01
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Hallo, jetzt sind sie doch noch ein bisserl spöttisch geworden, die lieben Isländer. Dass sich die französischen Fans des isländischen Anfeuerungsrituals bedienen, dass das "Húh" also auch beim Halbfinalsieg der Gastgeber über Deutschland ertönte, sorgte auf der Insel für Verwunderung bis Empörung. Die Fan-Initiative "Icelandic Football" sah sich auf Twitter zu folgender Feststellung veranlasst: "Jesus Christus, Frankreich ... ihr habt uns besiegt, aber findet doch eure eigene Art zu feiern!" Der Tweet wurde, damit nicht genug, mit dem Hashtag "beschämend" versehen.

Doch mit dem Copyright ist das so eine Sache. Natürlich haben die Isländer das stakkatoartige "Húh" samt synchronem Klatschen bei der EM einem breiten Publikum vermittelt. Aber: Erfunden haben sie es nicht. Das Húh, heißt es, hat seinen Ursprung in Schottland, bei den Fans des FC Motherwell. Als dieser in der Europacup-Qualifikation auf den isländischen Verein UMF Stjarnan traf, da sollen dessen Anhänger so beeindruckt gewesen sein, dass sie sich das Húh einfach schnappten und nach Island entführten. Sogesehen sitzen die Isländer jetzt ein bisserl im Glashaus.

Und als Österreicher muss man sich fragen, wieso Thomas Flögel und andere Kicker, die vor Jahren bei schottischen Klubs unter Vertrag standen, das Húh nicht mitgenommen haben, als sie wieder zurückgekehrt sind. Das wär's gewesen. Die EM wäre ganz anders verlaufen, Red Bull Salzburg wäre Dauergast in der Champions League, und die Rapid-Viertelstunde würde eingehúht. Es gibt nur eine Lösung. Auch wir fladern das Húh. Im Herbst beginnt die WM-Qualifikation. Ab sofort ist Üben angesagt! (Fritz Neumann, 8.7.2016)

  • Vorsicht, hier handelt es sich um eine Kopie! Das Húh-Ritual nach EURO-Gastgeber-Art.
    foto: imago/matthias koch

    Vorsicht, hier handelt es sich um eine Kopie! Das Húh-Ritual nach EURO-Gastgeber-Art.

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