Verdacht auf Spielmanipulation bei Testspielen in Österreich

8. Juli 2016, 15:23
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Albanische Erstliga-Mannschaft soll manipulierte Spiele an Wettmafia verkauft haben – Hausdurchsuchungen und Einvernahmen im Tiroler Zillertal

Salzburg – Die Staatsanwaltschaft Salzburg ermittelt gegen eine albanische Erstliga-Mannschaft, die im dringenden Verdacht steht, bei zwei Testspielen in Österreich gegen heimische Mannschaften Spiele manipuliert und an die Wettmafia verkauft zu haben. Am 25. Juni führte das Bundeskriminalamt (BKA) in einem Hotel im Zillertal mehrere Hausdurchsuchungen durch, informierte das Innenministerium am Freitag.

Bei der Durchsuchung wurden Kommunikationsmittel und schriftliche Aufzeichnungen sichergestellt. Die Auswertung der Unterlagen ist noch nicht abgeschlossen. Außerdem wurden mehrere Spieler, Trainer und Funktionäre befragt. Die Verdächtigen bleiben auf freiem Fuß und werden wegen des Verdachts des Wettbetrugs angezeigt, hieß es in der Aussendung. Insgesamt stünden fünf Personen im Verdacht, und zwar Spieler und Trainer.

Zwei Spiele gegen Bundesligisten

Durchaus prominent sind die beiden heimischen Mannschaften, die bei den angeblich manipulierten Spielen als Gegner aufgelaufen waren. Beide spielen in Österreich in der Bundesliga, Namen wurden allerdings nicht genannt.

Im BKA befasst sich seit 2012 die "Integrity in Sports Unit" mit der Bekämpfung der Manipulation von Sportveranstaltungen, bei denen gewettet werden kann. Zudem betreut sie die Meldestelle "Wettbetrug" (wettbetrug@bmi.gv.at) sowie die nationale Plattform zur Verhinderung von Sportwettbetrug im Sinne der diesbezüglichen Europaratskonvention, die erst am 2. Juni 2016 in Wien von Österreich unterzeichnet wurde.

Das BKA geht in der Bekämpfung des Wettbetrugs auch eine enge Kooperation mit der weltweit tätigen Firma "Sportradar" ein, die sich mit der Aufdeckung von sportwettbezogenen Manipulationen befasst. (APA, 8.7.2016)

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