Zielpunkt-Pleite trifft Nahrungsmittelindustrie schmerzlich

8. Juli 2016, 14:49
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Die Handelskonzentration ist durch die Zielpunkt-Pleite weiter gestiegen

Wien – Die Pleite der Lebensmittelkette Zielpunkt Ende November 2015 hat die heimische Nahrungsmittelindustrie "schmerzlich getroffen". Obwohl Zielpunkt nur einen Marktanteil von 3 Prozent hatte, wirke sich die erneut gestiegene Handelskonzentration negativ auf die Nahrungsmittelhersteller aus, erklärte die Fachverbands-Geschäftsführerin Katharina Koßdorff im APA-Gespräch.

Nach mehr als einem halben Jahr seien die "großen Auswirkungen" des Zielpunkt-Konkurses nun deutlicher sichtbarer. Die Mehrzahl der Zielpunkt-Filialen sei an die drei großen Ketten Spar, Rewe (Billa, Merkur, Penny, Adeg) und Hofer gegangen, der Marktanteil dieser drei Supermarktketten in Richtung 87 Prozent gestiegen, erklärte die Chefin des Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie in der Wirtschaftskammer. Auch die immer zahlreicher stattfindenden Minus-25-Prozent-Aktionen im Lebensmitteleinzelhandel würden die Hersteller negativ treffen.

Die 200 Betriebe der Nahrungsmittelindustrie haben im Jahr 2015 ein Produktionsvolumen von 8 Mrd. Euro erzielt, davon wurde 6 Mrd. Euro im Export erlöst und 2 Mrd. Euro in Österreich. Allein auf Energy Drinks und andere Getränke-Exporte entfielen 2,1 Mrd. Euro. Die gesamten Exporte der Nahrungsmittelindustrie stiegen im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent, das größte Plus wurde in Richtung USA (+ 40 Prozent) und Türkei (+ 33 Prozent) und das größte Minus nach Russland (-36 Prozent) und Brasilien (-24 Prozent) verzeichnet. Mit Abstand wichtigster Markt ist weiterhin Deutschland mit einem Exportvolumen von 2 Mrd. Euro (+8 Prozent).

Das Handelsabkommen der EU mit Kanada (CETA) sieht die heimische Nahrungsmittelindustrie durchwegs positiv. Die Schweiz habe bereits vergleichbare Abkommen mit Kanada und China und dadurch Wettbewerbsvorteile beim Export von Nahrungsmitteln, so Koßdorff. Die Auswirkungen eines EU-Austritts Großbritanniens auf die österreichische Nahrungsmittelindustrie lasse sich derzeit schwer abschätzen. Im Jahr 2015 beliefen sich die Exporte der heimischen Nahrungsmittelindustrie nach Großbritannien auf rund 155 Mio. Euro. (APA, 8.7.2016)

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