Kinderuni Wien: Eltern müssen draußen bleiben

11. Juli 2016, 08:00
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Am Montag beginnt die Kinderuni. Erstmals werden Kinder aus Flüchtlingsheimen zu den Vorlesungen geholt – und man freut sich auf den 50.000. Besucher

Mit der Vorlesung "Wieso haben wir einen Mond?" des Astronomen und Physikers Rudolf Dvorak wurde Montagvormittag die Wiener Kinderuni eröffnet. Am Dienstag um 12 Uhr findet dann die fünftausendste Lehrveranstaltung seit Bestehen der Kinderuni statt: Die Kultur- und Sozialanthropologin Susanne Binder spricht darüber, was Migration ist.

Neu im Rahmen der Kinderuni ist 2016 die Kooperation "Science in Asylum", bei der Wissenschafterinnen und Wissenschafter, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, Vorlesungen und Seminare in ihrer Muttersprache abhalten. Die Lehrveranstaltungen werden in insgesamt zehn Sprachen abgehalten, Unterstützung kommt von Gebärdensprachdolmetschern.

Fluchtgeschichten in der Elternbibliothek

Eltern dürfen bei den Lehrveranstaltungen leider nicht mit in den Hörsaal. Besonders wissbegierige Mütter und Väter können sich aber am Pausenprogramm an den sechs teilnehmenden Unis beteiligen: So gibt es etwa Führungen durch die Universität für Bodenkultur, die Wirtschaftsuni und den FH-Campus. Auch Führungen durch das AKH stehen auf dem Programm.

Außerdem können Eltern und Erziehungsberechtigte in der "Elternbibliothek" spannenden Lebensgeschichten von Müttern und Vätern lauschen, die eine andere Erstsprache als Deutsch sprechen und Österreich als ihre neue Heimat gewählt haben. Sie erzählen auf Deutsch Alltagsgeschichten aus ihren Herkunftsländern, von den dortigen Bräuchen und ihren beruflichen Karrieren, teilen Migrations- und Fluchtgeschichten, berichten über die Herausforderungen, vor denen sie als nicht Deutsch sprechende "Neuankömmlinge" in Österreich standen und stehen.

Wie verändert Migration Europa?

Die heurige Kinderuni steht im Zeichen der Semesterfrage der Universität Wien, die da lautet: "Wie verändert Migration Europa?" Neben der Uni Wien überlassen unter anderem die Medizinischen Universität, die Technische Universität, die Boku und die Wirtschaftsuni Wien ihre Hörsäle, Seminarräume und Labors den rund 4.000 Kindern und 600 Wissenschafterinnen und Wissenschaftern.

Kinder aus Flüchtlingsheimen

Von Anfang an war der Besuch der Kinderuni kostenlos – doch nicht für alle Kinder selbstverständlich. Um möglichst allen Kindern die Teilnahme zu ermöglichen, gibt es Angebote wie das Kinderuni-Tagesticket: Kinder aus sozialpädagogischen Einrichtungen und Flüchtlingshäusern werden von dort abgeholt, an die Kinderuni und in diverse Lehrveranstaltungen begleitet, dort verpflegt und am Abend wieder zurückgebracht. "Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellt dieser 'Ausflug' einen ersten Kontakt mit Wissenschaft und Universität dar, und wir erleben, dass viele immer wieder kommen", freut man sich seitens der Veranstalter.

Erwartet wird heuer übrigens die oder der 50.000. Studentin oder Student – und sie oder er darf sich über eine "besondere Überraschung" freuen. (red, 11.7.2016)

  • Das eine oder andere freudige "Heureka!" könnte man in den nächsten Wochen bei der Kinderuni Wien vernehmen.
    foto: kinderbüro universität wien/apa-fotoservice/schedl

    Das eine oder andere freudige "Heureka!" könnte man in den nächsten Wochen bei der Kinderuni Wien vernehmen.

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