Lego, Elche, Samenbanken: Wenn Schweden und Dänemark auf Twitter streiten

8. Juli 2016, 13:37
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Offizielle Accounts der beiden Länder trugen alte Rivalität im Social Web zur Schau

Im Jahr 2016 haben auch offizielle Vertretungen vieler Länder soziale Netzwerke für sich entdeckt. Mit dabei: Schweden und Dänemark, die dort für sich werben. Die beiden Nachbarn verbindet eine lange, mitunter kriegerische Vergangenheit und eine liebevoll gepflegte Rivalität in verschiedenen Belangen.

Diese wurde kürzlich wieder offenkundig, als sich die offiziellen Twitteraccounts der beiden nordischen Staaten eine längere Auseinandersetzung lieferten.

Schweden stichelt, Dänemark kontert

Den ersten Schuss feuerten dabei die Schweden ab, wie Vox dokumentiert. "Das nächste Mal, wenn du einen Schweden triffst, schlag ihm vor, er möge bei sich daheim überall Teppichboden verlegen und schau was passiert", twitterte das skandinavische Land mit der blau-gelben Flagge zusammen mit einem animierten GIF zum Ausdruck des Entsetzens.

Die Dänen verbreiteten die Anekdote weiter und wiesen dabei darauf hin, dass man dies mit den Nachbarn gemeinsam hätte. Die prompte – und etwas gemeine -Antwort aus dem Norden: "Eine Sache, die unsere Länder ebenfalls nicht gemein haben ist, dass unsere Seen so groß sind wie euer Land." Dänemark konterte mit einem Seitenhieb auf die schwedische Bürokratie: "Wusstet ihr, dass alles, was in Schweden nicht verboten ist, als verpflichtend gilt?".

Ab da entspann sich ein reger Abtausch an Klischees und Vorfällen – etwa eine Anmerkung über das Nichtvorkommen von Elchen in Dänemark, beantwortet mit einem Bericht über eines der Huftiere, das von Schweden nach Dänemark geschwommen war.

Flüchtende Elche, kleine Meerjungfrauen

Thematisiert wurden auch ein schwedischer Polizist, der dachte, ein betrunkener Landsmann würde Dänisch sprechen, schwedische Alkoholpreise, Dänemarks Dominanz am weltweiten Markt für Samenbanken. Auch geografische Verweise zu Bergen, Stränden, Wäldern und den 267.150 schwedischen Inseln durfte nicht fehlen.

Zuletzt wurde auch die "Kleine Meerjungfrau", ein Werk des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen, in den nicht ganz ernstgemeinten Konflikt einbezogen. Auch die bekannten dänischen Lego-Blöcke sind bereits aufgetaucht, der schwedische Möbelhändler Ikea allerdings noch nicht.

Seitdem harrt die Rivalität ihrer Fortsetzung. Wer sich im "Twitter-Krieg" durchgesetzt hat, liegt derweil im Auge des Betrachters. Aus Marketingsicht dürften von der kleinen Schlacht wohl beide profitiert haben. (gpi, 08.07.2016)

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