Mozilla könnte bei Yahoo-Verkauf eine Milliarde Dollar abkassieren

8. Juli 2016, 13:32
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Unternehmen hat sich offenbar im Deal mit dem Suchmaschinenanbieter gut abgesichert

War Mozilla viele Jahre praktisch zur Gänze finanziell von Google und dessen Zahlungen für die Voreinstellung als Suchmaschine abhängig, hat man sich zuletzt nach neuen Partner umgesehen. Einer davon ist Yahoo, der beim Firefox mittlerweile in einigen Ländern die Position der Default-Suche eingenommen hat.

Nun steht aber der Verkauf des Kerngeschäfts von Yahoo an, und der könnte indirekt auch Mozilla in finanzielle Schwierigkeiten bringen, immerhin könnte ein Käufer andere strategische Vorstellungen haben, und den Deal auslaufen lassen. Dies scheint auch durchaus realistisch, wenn man sich die aktuellen Interessenten wie der Mobilfunker Verizon oder diverse Finanzinvestoren ansieht. Genau solch ein Szenario scheint sich Mozilla aber ziemlich schlau abgesichert zu haben, wie Recode nun berichtet.

Interessante Regelung

Im Vertrag zwischen Yahoo und Mozilla findet sich eine Klausel, die Mozilla de fakto fix eine Milliarde Dollar zusichert. Wird diese Zahlung doch nicht nur dann fällig, wenn der neue Käufer den Vertrag kündigt. Auch wenn der Browserhersteller selbst mit dem kommenden Besitzer nicht zufrieden ist, und aus dem Deal aussteigt, würde Mozilla noch bis 2019 jedes Jahr 375 Millionen Dollar erhalten.

Bei all dem bleibt offen, wieso sich Yahoo auf diese Abmachung eingelassen hat, immerhin erhöht dieser nun nicht unbedingt die Attraktivität des Unternehmens für potentielle Käufer. Bei Recode spekuliert man, dass Yahoo-Chefin Marissa Mayer schlicht überzeugt war, dass es nichtzu einem Verkauf des Kerngeschäfts kommen wird, und dass der Firefox-Deal eine wichtige Basis für einen Ausbau der Marktposition des Unternehmens darstellt. (red, 8.7.2016)

  • Mozilla hat beim Deal mit Yahoo offenbar gut gepokert.
    foto: apa/afp/karen bleier

    Mozilla hat beim Deal mit Yahoo offenbar gut gepokert.

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