Daum-Berufung löst in Rumänien Kritik aus

8. Juli 2016, 12:10
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Viele Fachleute und Fans sehen Deutschen nicht als richtigen Mann für Iordanescu-Nachfolge als Nationaltrainer

Bukarest – Die Rückkehr von Christoph Daum in den Fußball wird von Kritik begleitet. In Rumänien stößt die Ernennung des 62-Jährigen zum Nationalcoach und Nachfolger von Anghel Iordanescu nicht nur auf Zustimmung. Fachleute und Fans meinen, dass Daum kaum etwas ausrichten könne, weil das Niveau von Rumäniens Fußballs schwach sei, da Daum sich dort nicht auskenne, er keine Erfahrung mit Nationalteams habe.

Im Exekutivkomitee des rumänischen Verbandes (FRF) hatte es vor dem Abschluss des Zweijahresvertrages mit Daum Auseinandersetzungen gegeben. Rumäniens ehemaliger Starspieler Adrian Mutu sagte: "Er wird es schwer haben. Ich will gar nicht daran denken, was nach dem ersten verlorenen Spiel passiert."

Das Wichtigste zur Reform des rumänischen Fußballs sei es, die Qualität der ersten Liga zu steigern. "Wir würden vergeblich einen Mourinho oder Guardiola holen, wenn wir keine (guten) Spieler haben. Mit Ausnahme von Steaua (Bukarest), Dinamo (Bukarest) und Viitorul ist keiner der rumänischen Clubs stabil", sagte Mutu dem Sender Dolce Sport.

"Er ist derzeit nicht der Richtige"

Der ehemalige Nationalstürmer Rodion Camataru meinte in der Zeitung "Prosport" über den Ex-Trainer von Austria Wien: "Er ist derzeit nicht der Richtige. Wir hätten einen Trainer gebraucht, der Rumäniens Fußball gut kennt." Verbandschef Razvan Burleanu habe keinerlei Reformen zustande gebracht. "Der Wert einer Nationalmannschaft wird von der internen Meisterschaft bestimmt", ließ Camataru wissen.

Auch Ex-Teamstürmer Claudiu Vaiscovici übte Kritik an der Ernennung. "Ich befürchte sehr, dass wir ihn geholt haben, damit er unsere Mentalität ändert. Aber dabei werden wir die Seinige ändern, ihm die balkanische Mentalität beibringen." Das Ziel, das in der EM-Vorrunde gescheiterte Team zur WM 2018 zu führen, sei "sehr schwer". Vaiscovici in der Zeitung "Prosport": "Wenn er keine neun Punkte in den ersten drei Spielen schafft, erlebt er das Frühjahr nicht mehr bei uns, denn die ersten drei Partien sind leicht."

Von 15 Mitgliedern des FRF-Exekutivkomitees hatten sieben die Abstimmung über Daums Ernennung aus Protest boykottiert. Dazu sagte Verbandschef Burleanu, dass der ehemalige Manager von Steaua Bukarest, George Becali, dahinterstecke. Becali habe alle Mitglieder des Komitees angerufen, um sie gegen Daum aufzubringen, sagte Burleanu am Donnerstagabend vor Journalisten in Bukarest. (APA, 8.7.2016)

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