"World of Warcraft": Neue Betrugsmasche bringt Spieler um ihr Gold

8. Juli 2016, 11:41
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Gamer werden mit Angebot zu billiger Raid-Hilfe in die Falle gelockt – Skript plündert Inventar

Online-Betrüger treiben auch in populären Multiplayer-Games ihr Unwesen. Insbesondere virtuelle Ressourcen, die sich direkt oder indirekt zu echtem Geld machen lassen, haben es ihnen angetan. Als eines der populärsten MMORPGs ist dabei auch "World of Warcraft" oft eine Zielplattform.

Mit einem neuen Trick versuchen Unbekannte dort aktuell, Spieler um das Gold aus ihrem Inventar zu erleichtern. Dazu nutzen sie Social Engineering. Sie versuchen, durch ein Hilfsangebot vertrauen zu erwecken und die Gamer zur Installation eines Skripts zu bewegen.

Raid-Hilfe

Die Masche dokumentiert Spieler Hucklebuck in den offiziellen Foren des "WoW"-Herstellers Blizzard. Die Übeltäter bieten scheinbar günstig ihre Hilfe bei einem Raid an – als Gruppe durchgeführten Angriff auf besonders schwere Gegner, der wertvolle Gegenstände als Belohnung verspricht.

Nachdem der Spieler nachweist, dass er genügend Ressourcen hat, um für die Hilfe zu bezahlen, erhält er eine Freundschaftsanfrage auf Blizzards Battle.net. Anschließend wird erklärt, dass man für den Raid eine angepasste Spieloberffläche verwende, welche die Koordination erleichtern soll. Konkret geht es um sogenannte "Raid Frames", die das Interface für bestimmte Voraussetzungen optimieren sollen.

Spieler sollen angebliches Hilfsmittel installieren

Um dieses zu installieren, soll er ein Skript zur automatischen Einrichtung ausführen. Doch dieses spendiert keine übersichtliche Oberfläche, sondern ermöglicht es dem Gegenüber, mittels privater Chatnachrichten ("Flüstern") Kommandos zu übermitteln, mit denen die Übergabe von Inventarinhalten initiiert werden.

Abhilfe

Wer bereits Opfer eines solchen Betrugs geworden ist, kann das Problem allerdings selber lösen. Dafür muss das Spiel beendet und die Ordner "WTF", "Cache" und "Logs" im Spielverzeichnis entfernt werden. Auch die Löschung des "Interfache"-Ordners wird optional empfohlen.

Beim nächsten Start werden die Ordner neu erzeugt und notwendige Inhalte heruntergeladen. Danach sollte zur Sicherheit die Tastenbelegung auf die Standardeinstellung zurückgesetzt und neu konfiguriert werden. Da man nun quasi über eine "frische" Installation des Spiels verfügt, müssen nun Add-ons neu installiert und Einstellungen neu vorgenommen werden.

Danach sollte man das Spiel komplett beenden und eine Kopie des "WTF"-Unterordners anlegen. In diesem finden sich alle eigenen Einstellungen für "WoW", was die Wiederherstellung bei etwaigen Problemen deutlich beschleunigt. (gpi, 08.07.2016)

  • Hinter der angeblichen Interface-Verbesserung steckt ein Skript, dass es den Unbekannten ermöglicht, Gold aus dem Inventar zu plündern.
    foto: world of warcraft

    Hinter der angeblichen Interface-Verbesserung steckt ein Skript, dass es den Unbekannten ermöglicht, Gold aus dem Inventar zu plündern.

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